Zinsentscheidung
Der Rat der Europäischen Zentralbank hat am 30. April 2026 beschlossen, die drei wichtigsten Zinssätze unverändert zu lassen. Die Entscheidung basiert auf einer breiten Übereinstimmung der aktuellen Daten mit der bisherigen Einschätzung des Inflationsausblicks, während gleichzeitig die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum zugenommen haben.
Inflationsausblick
Die eingehenden Informationen bestätigen weitgehend die vorherige Bewertung, dass die Inflation mittelfristig wieder auf das Ziel von 2 % zurückkehren soll. Dennoch haben sich die Risiken nach oben für die Preisentwicklung verstärkt, während die Risiken nach unten für das Wirtschaftswachstum intensiver geworden sind.
Einfluss des Nahostkonflikts
Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise geführt, was die Inflation anheizt und die wirtschaftliche Stimmung belastet. Die langfristigen Auswirkungen auf die Inflation und die gesamtwirtschaftliche Aktivität hängen von der Dauer und Intensität des Energieschocks sowie von dessen indirekten Folgen ab.
Wirtschaftliche Lage
Die Eurozone trat in die Phase steigender Energiepreise mit einer Inflation von rund 2 % ein, und die Wirtschaft zeigte in den letzten Quartalen Widerstandsfähigkeit. Die langfristigen Inflationserwartungen bleiben gut verankert, während die kurzfristigen Erwartungen deutlich nach oben gerichtet sind.
ZukĂĽnftige Politik
Der Rat betont, dass er die Situation genau beobachten und einen datenabhängigen, satzungsweisen Ansatz verfolgen wird. Entscheidungen über die Zinssätze werden künftig ausschließlich anhand der Bewertung des Inflationsausblicks und der damit verbundenen Risiken getroffen, ohne vorgängige Festlegung eines Zinswegs.
Aktuelle Zinsniveaus
Die Zinsen für die Einlagefazilität, die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bleiben bei 2,00 %, 2,15 % bzw. 2,40 %.
Anleihekäufe
Das Asset Purchase Programme (APP) und das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) schrumpfen planmäßig, da das Eurosystem die Tilgungszahlungen aus fälligen Wertpapieren nicht mehr reinvestiert.
Weitere Instrumente
Der Rat ist bereit, alle verfügbaren Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um die Preisstabilität zu sichern. Das Transmission Protection Instrument steht bereit, um ungebührliche Marktstörungen zu begegnen, die die Geldpolitikübertragung gefährden könnten.
Ausblick
Der Präsident der Europäischen Zentralbank wird die Hintergründe der Entscheidungen um 14:45 CET in einer Pressekonferenz erläutern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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