Am 4. Mai 2026 stellte Luis de Guindos, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments den Jahresbericht 2025 der EZB vor. Der Vortrag markierte den Abschluss seiner achtjährigen Amtszeit, die im selben Monat endet.
Wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum 2025
Im Jahr 2025 verzeichnete die Eurozone ein moderates, breit angelegtes Wachstum von 1,4 %. Das Wachstum wurde zunächst durch starke Exporte im ersten Quartal unterstützt, bevor die heimische Nachfrage die Dynamik aufrechterhielt. Die Arbeitsmarktsituation blieb robust, die Inflation lag im Jahresdurchschnitt bei 2,1 %, nahe dem mittelfristigen Ziel von 2,0 %.
Monetäre Politik und Zinsentscheidungen
Aufgrund des günstigen Inflationsverlaufs senkte der EZB‑Rat den Einlagensatz um 100 Basispunkte auf 2,0 % und hielt diesen seit Mitte 2025 stabil. Parallel wurde die Normalisierung der Bilanz des Eurosystems, die 2022 begonnen hatte, fortgeführt. Im selben Jahr bestätigte die EZB ihre symmetrische Inflationszielvorgabe von 2 % und betonte die Notwendigkeit einer entschlossenen Reaktion bei nachhaltigen Abweichungen.
Digitaler Euro und Zahlungsinfrastruktur
Die EZB brachte das digitale‑Euro‑Projekt in die nächste Phase, die technische Bereitschaft, Marktengagement und Gesetzgebungsprozesse umfasst, um einen Pilotversuch 2027 zu ermöglichen und eine mögliche erste Ausgabe 2029 vorzubereiten. Gleichzeitig wurden Arbeiten an einem modernen Bargeldrahmen und einer neuen Banknotenserie vorangetrieben. Im Bereich tokenisierter Finanzökosysteme wurden die Initiativen Appia (Architektur) und Pontes (Abwicklung in Zentralbankgeld) weiterentwickelt, um Effizienz, Innovation und strategische Autonomie zu stärken.
Regulatorische Initiativen und Spar‑ und Investitionsunion
Die EZB unterstĂĽtzte die Weiterentwicklung eines robusten regulatorischen Rahmens sowie die Spar‑ und Investitionsunion, um finanzielle Stabilität zu sichern und Kapital zu produktiven Investitionen zu lenken. Zu den Beiträgen zählten Stellungnahmen, analytische Arbeiten und technischer Input zu den Vorschlägen der Europäischen Kommission, insbesondere im Hinblick auf die Marktintegrations‑ und AufsichtsÂpakete.
Vereinfachung des Regulierungs‑ und Meldewesens
Im Hochrangigen Task‑Force für Vereinfachung des EZB‑Rates wurden Vorschläge erarbeitet, die europäische Aufsichts‑ und Meldepflichten für Banken straffen, ohne die bestehende Resilienz zu gefährden. Diese Empfehlungen flossen in den bevorstehenden Bericht der Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors ein.
Ausblick und Schlussbemerkungen
Der Jahresbericht hob die Widerstandsfähigkeit der Wirtschafts‑ und Währungsunion hervor, unter anderem durch den Beitritt Bulgariens zur Eurozone und ein Rekord‑Zustimmungsniveau für den Euro. Luis de Guindos betonte die Bedeutung des Dialogs zwischen EZB und Europäischem Parlament und äußerte Vertrauen in seinen Nachfolger Boris Vujčić. Die EZB bleibt entschlossen, Preis‑ und Finanzstabilität zu gewährleisten, um die Prosperität Europas zu sichern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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