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ECB‑Präsidentin Lagarde warnt vor Risiken von Stablecoins und prüft euro‑denominierte Optionen
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AI GENERATED 08.05.2026 • 09:25 Wirtschaft und Finanzen

ECB‑Präsidentin Lagarde warnt vor Risiken von Stablecoins und prüft euro‑denominierte Optionen

EU: ECB‑Präsidentin Lagarde warnt vor Risiken von Stablecoins und prüft euro‑denominierte Optionen

Auf dem Banco de España LatAm Economic Forum in Roda de Bará, Spanien, hielt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, am 8. Mai 2026 eine Rede über Stablecoins. Sie betonte das rasante Wachstum des Marktes, die Konzentration bei wenigen Anbietern und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Finanzstabilität.

Wachstum des Stablecoin‑Marktes

Der Gesamtwert der Stablecoins sei von weniger als 10 Milliarden USD vor sechs Jahren auf über 300 Milliarden USD heute gestiegen. Rund 90 % des Marktes würden von den beiden Emittenten Tether und Circle kontrolliert, die in El Salvador bzw. den USA ansässig sind.

Regulatorischer Rahmen

Die Europäische Union habe mit der Markets‑in‑Crypto‑Assets‑Regulation (MiCAR) im Jahr 2024 Stablecoins in den regulatorischen Geltungsbereich aufgenommen, um Risiken zu begrenzen und die Integrität des Finanzsystems zu schützen. In den USA verfolge das GENIUS‑Act‑Gesetz ein breiteres Ziel, das laut US‑Administration die „fortgesetzte globale Dominanz des US‑Dollars“ sichern soll.

Zwei Funktionen von Stablecoins

Lagarde unterschied zwischen einer monetären und einer technologischen Funktion von Stablecoins. Die monetäre Funktion beziehe sich auf die Erweiterung der Reichweite von Reservewährungen, während die technologische Funktion die Nutzung als Abwicklungsinstrument in dezentralen Finanzsystemen beschreibe.

Monetäre Funktion

Stablecoins ermöglichen laut Lagarde günstigere grenzüberschreitende Zahlungen, weil sie weniger Intermediäre benötigen. Etwa 60 % des Stablecoin‑Zahlungsvolumens entstünden B2B‑Transaktionen, obwohl dies nur 0,01 % des globalen B2B‑Handels ausmache. Zudem erleichtern sie das Halten von Fremdwährungen, was in Regionen mit schwachen lokalen Währungen zu höheren Ersparnissen führen könne. Forschungsergebnisse zeigten, dass ein Zufluss von 3,5 Milliarden USD in dollar‑gepaßte Stablecoins die Rendite von dreimonatigen US‑Treasury‑Bills um 2,5‑3,5 Basispunkte senke.

Technologische Funktion

Im Bereich der Distributed‑Ledger‑Technologie (DLT) diene der Stablecoin als „Cash‑Leg“ für atomare Abwicklungen, bei denen zwei Vermögenswerte gleichzeitig transferiert werden. Durch die Bindung an stabile Fiat‑Währungen und liquide Reserven stelle er derzeit das einzige Instrument dar, das in großem Umfang als Abwicklungsasset auf Blockchains eingesetzt werden kann.

Risiken und politische Implikationen

Lagarde warnte, dass die Verquickung beider Funktionen die politische Debatte verzerrte. Sie stellte die Notwendigkeit euro‑denominierter Stablecoins infrage und verwies auf alternative tokenisierte Finanzinstrumente, die bereits erhebliche Marktvolumina erreichen. Gleichzeitig betonte sie die finanziellen Stabilitätsrisiken privater Stablecoin‑Verbindlichkeiten, die bei einem Vertrauensverlust zu plötzlichen Rückzahlungsanforderungen führen könnten – ein Szenario, das beim Zusammenbruch der Silicon‑Valley‑Bank im März 2023 beobachtet wurde.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.

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