International: Ecuador stärkt Regulierung von industriellen Transfetten – Experten fordern umfassende Kontrollen
Treffen in Quito legt Fokus auf öffentliche Gesundheit
Ein Treffen von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Wissenschaftlern und Regierungsvertretern in Quito hat am 7. September 2026 zentrale Ergebnisse zur Regulierung industrieller Transfette präsentiert. Die Veranstaltung, die Teil einer dreitägigen Agenda war, brachte Vertreter von Universitäten, Nichtregierungsorganisationen und Gesundheitsbehörden zusammen.
Gesundheitliche Belastung durch Transfette
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass jährlich mehr als 278.000 Todesfälle weltweit auf den Konsum industrieller Transfette zurückzuführen sind. In den Amerikas verzeichnet das Panamerikanische Gesundheitsamt (PAHO) über 150.000 Todesfälle, wobei fast die Hälfte der Opfer vorzeitig stirbt.
Ecuadorische Rechtsgrundlage
Der Ministerialbeschluss 4439 legt in Ecuador eine Obergrenze von zwei Gramm Transfetten pro 100 Gramm Fett fest. Die Regelung gilt für Öle, Fette und Margarinen, die direkt verkauft werden, sowie für Zutaten, die von Lebensmittelindustrien, Bäckereien und Gastronomiebetrieben verwendet werden. Natürliche Transfette aus Fleisch und Milch von Wiederkäuern sind ausgenommen.
Identifizierte Umsetzungslücken
Die zivilgesellschaftlichen Gruppen kritisieren, dass der Beschluss keine klaren Vorgaben zu Inspektionshäufigkeiten, Laborprotokollen oder Publikation von Prüfungsergebnissen enthält. Sie fordern eine Ausweitung der Regelung auf alle verarbeiteten Lebensmittel und ein Verbot von teilweise hydrierten Ölen.
Stimmen aus der Fachwelt
Beatriz Champagne, Geschäftsführerin der Coalición América Saludable, betont, dass die aktuelle Situation nicht allein auf individuelle Entscheidungen zurückzuführen sei, sondern auf strukturelle Schwächen im Gesundheitssystem und in der Lebensmittelpolitik. Daniel Antiporta, Vertreter der PAHO, weist darauf hin, dass in den Amerikas rund 828 Millionen Menschen bereits durch Best‑Practice‑Politiken geschützt sind, und nennt Kanada, die USA, Mexiko, Peru und Brasilien als Vorreiter.
Empfohlene Maßnahmen
Champagne und Antiporta schlagen vor, verbindliche Durchführungsregeln zu entwickeln, regelmäßige Laboranalysen zu etablieren und ein transparentes Berichtssystem einzuführen. Ziel sei, die Einhaltung der Grenzwerte zu überprüfen und die Entfernung von teilweise hydrierten Ölen aus der Nahrungskette sicherzustellen.
Regionale Perspektive
Im Vergleich zu anderen Ländern in der Region stellt Ecuador einen der ersten Schritte in Richtung internationaler Standards dar. Die Fachleute sehen jedoch noch Potenzial, die regulatorischen Rahmenbedingungen zu harmonisieren und die Überwachungskapazitäten zu stärken.
Ausblick
Die Organisatoren betonen, dass ein umfassender politischer Rahmen notwendig sei, um die gesamte Bevölkerung zu schützen und das Risiko von Herz‑ und Gefäßerkrankungen zu reduzieren. Der Wunsch nach Regalen ohne schädliche Transfette bleibt ein zentrales Ziel für Verbraucher und Entscheidungsträger.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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