Im Jahr 2025 hat die Electronic Frontier Foundation (EFF) umfangreiche Untersuchungen zu Flock Safetys automatisiertem Kennzeichenerfassungssystem (ALPR) durchgeführt und dabei ein Netzwerk aufgezeigt, das massenhafte Überwachung ermöglicht und anfällig für gravierende Missbrauchsszenarien ist.

Überwachung von Protesten

Die Analyse von mehr als 12 Millionen Suchvorgängen, die von über 3 900 Behörden zwischen Dezember 2024 und Oktober 2025 protokolliert wurden, zeigte, dass Hunderte von Anfragen sich auf politische Demonstrationen bezogen. So wurden Suchvorgänge zu den Protesten „50501“ im Februar, „Hands Off“ im April sowie zu den „No Kings“-Demonstrationen im Juni und Oktober registriert. Neunzehn Behörden führten dabei Dutzende von Anfragen speziell zu den „No Kings“-Protesten durch.

Zielgerichtete Überwachung von Aktivisten

Die Daten belegen, dass drei Behörden das System nutzten, um Aktivisten der Gruppe Direct Action Everywhere zu beobachten. Die Delaware State Police stellten im März 2025 neun Anfragen, die sich explizit auf Aktionen dieser Tierschutzorganisation bezogen.

Diskriminierende Suchen gegen Romani

Zwischen Juni 2024 und Oktober 2025 verwendeten mehr als 80 Polizeibehörden Begriffe, die rassistische Stereotype gegenüber Romani verstärken, etwa „roma traveler“ oder abgekürzte Schimpfwörter. Das Grand Prairie Police Department in Texas nutzte die Funktion „Convoy“ sechsmal, um eine gesamte reisende Gemeinschaft ohne konkreten Tatverdacht zu durchsuchen.

Einsatz gegen reproduktive Rechte

Im Oktober 2025 dokumentierten EFF‑Recherchen, dass texanische Deputies das ALPR‑Netzwerk im Rahmen einer angeblichen Vermisstenuntersuchung nutzten, um Daten zu einer selbstverwalteten Abtreibung abzurufen. Eine Suche des Johnson County Officials umfasste 6 809 Netzwerke und griff auf 83 345 Kameras landesweit zu.

Reaktion von Politik und Gerichten

Die Ergebnisse führten zu Untersuchungen durch die US‑Abgeordneten Raja Krishnamoorthi und Robert Garcia sowie zu einem Audit des Illinois Secretary of State Alexi Giannoulias. Zudem reichten die EFF gemeinsam mit der ACLU of Northern California Klage gegen die Stadt San Jose ein, weil dort in einem Jahr fast vier Millionen ALPR‑Abfragen ohne richterlichen Beschluss erfolgten.

Neue Audio‑Funktionen und Ausblick

Im Oktober 2025 kündigte Flock die Erweiterung seiner Schussdetektionsmikrofone zu einer „Distress‑Erkennung“ an, die menschliche Schreie erfassen soll. Nach kritischer Berichterstattung entfernte das Unternehmen die explizite Nennung von „Schreien“ aus seiner Werbung, behielt jedoch die Entwicklung der Technologie bei. Die EFF kündigte an, die Beobachtungen im Jahr 2026 fortzusetzen, um weitere Missbrauchsfälle aufzudecken.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.

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