Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat in einer Stellungnahme gefordert, dass die Dating‑App Grindr den Datenschutz für ihre Nutzer zum Standard mache. Kernpunkt ist, dass personenbezogene Daten nicht mehr ohne ausdrückliche Zustimmung an Werbepartner oder für das Training von KI‑Modellen weitergegeben werden dürfen.
Weitergabe von Daten an Werbepartner
Nach Angaben der EFF hat Grindr in der Vergangenheit Standortdaten, HIV‑Status und mobile Werbe‑Identifiers (MAIDs) an Werbenetzwerke übermittelt, ohne dass die betroffenen Nutzer wirksam zustimmen konnten. Untersuchungen mit dem Tool TrackerControl haben gezeigt, dass die App innerhalb von 15 Minuten Kontakt zu 20 Drittanbieter‑Tracking‑Domains aufnimmt.
Verkauf von Standortdaten
Zwischen 2017 und 2020 habe ein Datenbroker die genauen Bewegungsprofile von Millionen Grindr‑Nutzern gesammelt und zum Verkauf angeboten, wie die EFF berichtet. Die Daten seien so detailliert, dass sie Rückschlüsse auf private Begegnungen ermöglichen könnten.
KI‑Training mit Nutzerdaten
Grindr entwickelt KI‑Funktionen wie Chat‑Bots und Profil‑Empfehlungen. Laut EFF werden hierfür standardmäßig personenbezogene Daten wie Profilbilder, Alter und Interaktionen genutzt, obwohl Nutzer dafür nicht ausdrücklich eingewilligt haben. Sensible Gesundheitsdaten sollen zwar nur nach Opt‑In verwendet werden, jedoch werden andere private Informationen automatisch für das KI‑Training herangezogen.
Risiken fĂĽr die Nutzer
Die Kombination von Werbedaten und KI‑Verarbeitung erhöhe das Risiko, dass persönliche Informationen ungewollt offengelegt oder missbraucht werden. Forschende haben bereits gezeigt, dass aus trainierten KI‑Modellen Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden Trainingsdaten gezogen werden können.
Forderungen der EFF
Die EFF fordert Grindr auf, die Opt‑Out‑Optionen für verhaltensbasierte Werbung und KI‑Training zu entfernen und stattdessen ein Opt‑In‑Verfahren einzuführen. Zudem soll die App standardmäßig keine personenbezogenen Daten mehr an Werbepartner weitergeben.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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