USA: EFF und Verbündete fordern sofortigen Stopp von Live‑Gesichtserkennung in Nottinghamshire
Die Nottinghamshire Police planen den flächendeckenden Einsatz von Live‑Gesichtserkennung (LFR) in öffentlichen Bereichen, um Straftaten zu verhindern. In Reaktion darauf haben die Electronic Frontier Foundation und mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen einen Brief an die Polizeibehörde gesendet und um ein sofortiges Aussetzen des Projekts gebeten.
Technologische Bewertung
Die Behörden bezeichnen LFR als ein weiteres Werkzeug zur Verbrechensbekämpfung. Kritiker sehen jedoch eine massenhafte biometrische Überwachung, bei der die Gesichter aller Passanten erfasst und in einer Datenbank gespeichert werden. Diese Praxis gehe über herkömmliche Werkzeuge hinaus und stelle eine erhebliche Ausweitung der Überwachung dar.
Privatsphäre‑Risiken für die Bürger
Ein zentrales Argument der Kritiker ist, dass die Annahme, nur Verdächtige seien betroffen, nicht haltbar sei. Jeder Bürger könne jederzeit einer Gesichtserkennung unterzogen werden, ohne dass ein konkreter Verdacht vorliege. Dies könne das Vertrauen in öffentliche Institutionen schwächen und das Verhalten der Menschen im Alltag beeinflussen.
Auswirkungen auf junge Menschen
Die geplante Nutzung von LFR im Rahmen von Operation View soll auch Jugendliche und Kinder ab einem Alter von elf Jahren erfassen. Beobachter warnen, dass der Einsatz bei jungen Menschen zu einer Stigmatisierung führen und das Verhältnis zur Polizei nachhaltig belasten könne.
Öffentliche Meinung
Umfragen zeigen, dass fast die Hälfte der Befragten die flächendeckende Gesichtserkennung im öffentlichen Raum ablehnt, wenn kein akuter Verdacht besteht. Ähnliche Ablehnung wird in Schulen verzeichnet, und jüngere Stadtbewohner bewerten den Einsatz als besonders problematisch.
Forderungen der zivilgesellschaftlichen Gruppen
Die Unterzeichner des Briefes fordern die Nottinghamshire Police auf, die Einführung von LFR sofort zu stoppen und alternative, weniger invasive Maßnahmen zu prüfen. Sie betonen, dass ein breiter gesellschaftlicher Konsens und klare gesetzliche Regelungen notwendig seien, bevor eine solche Technologie eingesetzt wird.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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