Einleitung
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat in einem Beitrag dargelegt, wie Elemente des Videospiels Watch Dogs 2 reale Entwicklungen im Bereich digitaler Überwachung widerspiegeln und welche Gegenmaßnahmen die Organisation unterstützt.
Unsichere Ăśberwachungskameras
Ein Jahr vor dem Release des Spiels identifizierte der EFF‑Technologe Cooper Quintin mithilfe des Dienstes Shodan ungeschützte automatische Kennzeichenerkennungsgeräte (ALPRs) der Polizei von Louisiana. Die EFF zwang die Behörden, die Geräte zu sichern, und überzeugte Gouverneur Bobby Jindal, ein Gesetz zur Errichtung eines staatlichen Überwachungsnetzes zu verhindern. Kürzlich deckten die Sicherheitsforscher Benn Jordan und Jon “GainSec” Gaines sowie die Journalisten von 404 Media mindestens 60 pan‑tilt‑zoom‑Kameras des Anbieters Flock Safety auf, die im Internet exponiert waren.
Cell‑Site‑Simulatoren
Die im Spiel dargestellten „Stingrays“ entsprechen echten Cell‑Site‑Simulatoren (CSS), die Polizeibehörden zum Abfangen von Mobilfunkdaten einsetzen. Die EFF initiierte ein Projekt namens Crocodile Hunter, das während der Dreamforce‑Konferenz 2022 ein mobiles Überwachungsturm‑Signal identifizierte. Das Projekt entwickelte sich zu Rayhunter, einer offenen Plattform, die es Forschern weltweit ermöglicht, verdächtige Mobilfunktürme zu lokalisieren.
Sicherheitsroboter
Autonome Sicherheitsroboter von Knightscope wurden von der EFF ab 2020 kritisch beobachtet. Im Dezember 2022 gelang es der Organisation, ein Verbot für die Bewaffnung von Drohnen durch die Polizei von San Francisco zu erwirken. Im Jahr 2024 zog die New‑York‑Police den Untergrund‑Roboter aus dem U‑Bahn‑Netz.
Stadtweite Überwachungs‑OS
Das fiktive CTOS 2.0 aus der Spielreihe erinnert an reale Systeme wie Palantir Gotham, Axons „Fusus“ und Flock Safetys „Flock OS“, die Daten aus städtischen Sensoren zentralisieren. Die EFF hat in mehreren Kommunen gegen den Einsatz solcher Plattformen protestiert und auf Bundesebene gegen die Konsolidierung staatlicher Daten geworben.
Panel zur zehnten Jubiläumsfeier
Zur Erinnerung an das zehnjährige Jubiläum von Watch Dogs 2 sprach ein Vertreter der EFF am 24. Juli 2026 um 15:15 Uhr im Raum 6BCF der San Diego Comic‑Con über die Vorhersagen des Spiels. Moderiert wurde die Diskussion von Mia Ginae, weitere Sprecher waren Ruffin Prentiss III, Shawn Baichoo, Timmy Fisher und Hudson Mohawke.
Aufruf zum Handeln
Die EFF ruft dazu auf, Mitglied zu werden, das Aktionszentrum zu nutzen, das Atlas‑of‑Surveillance‑Projekt zu unterstützen und bei Rayhunter mitzuarbeiten. Laut EFF könne die Gesellschaft die technologische Überwachung zurückdrängen, wenn sie gemeinsam agiere.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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