Ein ungewöhnlich langes, wiederholtes Gammastrahlungsereignis wurde von internationalen Astronomen identifiziert, das erstmals außerhalb der Milchstraße beobachtet wurde. Das Ereignis, bezeichnet als GRB 250702B, hielt sich über etwa einen Tag und zeigte mehrere Ausbrüche, was es von allen bisher bekannten Gammastrahlenausbrüchen (GRBs) unterscheidet.

Entdeckung und Eigenschaften

Der erste Alarm kam am 2. Juli vom Fermi‑Gamma‑Ray‑Space‑Telescope, das innerhalb weniger Stunden drei separate Ausbrüche desselben Objekts registrierte. Im Nachhinein zeigte das chinesisch‑europäische Einstein‑Probe‑Instrument, dass das Objekt bereits fast einen Tag zuvor aktiv war. Im Gegensatz zu üblichen GRBs, die Millisekunden bis Minuten dauern, erstreckte sich dieses Ereignis über rund 24 Stunden – damit 100‑ bis 1000‑mal länger als typische Ausbrüche.

Weitere Beobachtungen

Da die initiale Positionsbestimmung nur eine grobe Richtung in der Milchstraßenebene lieferte, nutzten die Forscher das Very Large Telescope (VLT) der European Southern Observatory, um die Quelle genauer zu lokalisieren. Mit dem Infrarot‑Kamera‑System HAWK‑I konnten sie ein schwaches Objekt identifizieren, das später durch das Hubble‑Weltraumteleskop als extragalaktisch bestätigt wurde.

Bestimmung des Ursprungs

Die Helligkeit und Größe der Wirtsgalaxie deuten darauf hin, dass das Ereignis mehrere Milliarden Lichtjahre entfernt liegt. Diese Entfernungsbestimmung erhöht die energetische Leistung des Ausbruchs erheblich, da die gemessene Strahlung über eine weite kosmische Distanz transportiert wurde.

Mögliche Erklärungsmodelle

Die Wissenschaftler diskutieren derzeit mehrere Szenarien. Ein mögliches Modell sieht den Kollaps eines massiven Sterns vor, der jedoch ungewöhnlich lange Strahlung erzeugt. Ein alternatives Modell schlägt vor, dass ein Weißer Zwerg von einem sogenannten intermediären Schwarzloch (Masse 100‑100 000 Sonnenmassen) zerstört wird, was eine langanhaltende, wiederholte Gammastrahlung erzeugen könnte.

Fortlaufende Forschung

Zur weiteren Klärung beobachten die Forscher das Nachleuchten des Ereignisses mit dem VLT‑X‑Shooter‑Spektrographen sowie mit dem James‑Webb‑Weltraumteleskop. Diese Daten sollen Aufschluss darüber geben, welche physikalischen Prozesse das ungewöhnliche Signal erzeugt haben.

Bedeutung für die Astrophysik

Der Tag‑lange, wiederholte GRB stellt ein bislang unbekanntes Phänomen dar und fordert bestehende Modelle von Gammastrahlenausbrüchen heraus. Er eröffnet neue Forschungsfelder zur Untersuchung extrem energiereicher Prozesse im Universum.

Aussagen der Forscher

„Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um dieses extrem ungewöhnliche Objekt zu verstehen“, erklärte Antonio Martin‑Carrillo, Astronom an der University College Dublin. Andrew Levan, Astronom an der Radboud‑Universität, betonte, dass die Entdeckung das Paradigma der GRB‑Forschung grundlegend verändert habe.

Über das European Southern Observatory

Die European Southern Observatory (ESO) betreibt weltweit führende Observatorien, darunter das VLT in Chile, und unterstützt Wissenschaftler dabei, die Geheimnisse des Universums zu entschlüsseln. Die Organisation fördert internationale Zusammenarbeit und stellt modernste Instrumente für die astronomische Forschung bereit.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Southern Observatory, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.

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