International: El Niño verschärft Ernährungskrise in Lateinamerika
Der aktuelle ENSO‑Ausbruch erhöht das Risiko von Ernteausfällen und bedroht die Ernährungssicherheit in weiten Teilen Lateinamerikas. Experten verweisen darauf, dass extreme Temperaturen und fehlende Regenfälle während der Regenzeit zu erheblichen Ernteverlusten führen.
Auswirkungen auf die Landwirtschaft
In Zentral‑Bolivien hat ein unerwarteter Schneefall Hunderte von Nutztieren begraben und das Gebiet zum Katastrophenstatus erklärt. Landwirte berichten von massiven Verlusten bei Lamas, Alpakas und Schafen, die ihr Haupteinkommen darstellen.
Preissteigerungen und Kaufkraft
Lena Savelli, Regionaldirektorin des Welternährungsprogramms, erklärt, dass sinkende Erträge bei Mais, Bohnen, Reis, Kakao und Kaffee zu höheren Marktpreisen führen. Die Kosten für eine gesunde Ernährung betragen laut ihrer Aussage fast fünf US‑Dollar pro Person und Tag (USD 4,91), während viele Haushalte das nicht aufbringen können.
Regionale Risikogebiete
Die Weltorganisation für Meteorologie nennt den Trockenen Korridor Mittelamerikas, die Karibik und das nördliche Südamerika als besonders gefährdet. Dort werden Dürren, Wasserknappheit und Hitzewellen erwartet, während die Pazifikküsten von Ecuador und Peru mit Starkregen und Überschwemmungen rechnen müssen.
Rolle kleiner Produzenten
Jhenifer Mojica, Agrarexpertin und ehemalige kolumbianische Botschafterin bei der FAO, betont, dass rund 80 % der Ernährungssicherheit in der Region von kleinbäuerlichen Familienbetrieben abhängt. Sie warnt, dass einzelne Produzenten kaum allein die Verluste kompensieren können.
Staatliche und internationale Maßnahmen
Einige Regierungen reagieren mit Notstandserklärungen, während internationale Organisationen Frühwarnsysteme, Klimaversicherungen und lokale Lebensmittelnetzwerke fördern. In Mittelamerikas werden bereits Warnungen genutzt, um die Aussaat zu optimieren.
Ausblick
Der Bericht des Internationalen Arbeitsamtes weist darauf hin, dass informelle, ländliche und Outdoor‑Arbeiter besonders exponiert bleiben. Die anhaltende Belastung durch El Niño wird als Test für die institutionelle Resilienz der Region angesehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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