El‑Obeid nahe Angriff – IOM warnt vor massiver Vertreibung in Kordofan
International: El‑Obeid nahe Angriff – IOM warnt vor massiver Vertreibung
Der IOM‑Chef der Mission in Sudan, Mohamed Refaat, erklärte, dass die Hauptstadt von Nord‑Kordofan, El‑Obeid, „ein oder zwei Schritte“ von einem möglichen Angriff entfernt sei und dass bereits mehr als eine halbe Million Menschen von den Kampfhandlungen betroffen sein könnten.
Aktuelle Angriffe und Verschiebungen
In den vergangenen 48 Stunden haben die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) gemeinsam mit Verbündeten der Sudan People’s Liberation Movement‑North (SPLM‑N) Wohngebiete in Dilling, Süd‑Kordofan, beschossen. Der Beschuss zwingt Menschen, von Babanusa über Kadugli bis nach El‑Obeid zu fliehen.
Humanitäre Lage vor Ort
Refaat betonte, dass vor allem Frauen und Kinder in die östlichen Regionen White Nile und Gedaref gelangen. In Kadugli, der Hauptstadt von Süd‑Kordofan, schätzt er, dass zwischen 90 000 und 100 000 Menschen vertrieben werden könnten, sollte die Gewalt weiter anhalten.
Verluste bei Friedensmissionen
Sechs Friedenstruppen aus Bangladesch wurden bei einem Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in Kadugli getötet. Die Einheit war Teil der UN‑Blauhelme, die im umstrittenen Gebiet Abyei aktiv sind.
Flucht aus El Fasher
Seit der Einnahme von El Fasher durch die RSF im Oktober verzeichnet das UN‑Fluchttracking‑System mehr als 109 000 Menschen, die aus der Stadt und den umliegenden Dörfern geflohen sind. Viele von ihnen bleiben jedoch in den Nachbardörfern festgefahren, weil Logistik und Sicherheit die Weiterreise verhindern.
Finanzielle Engpässe der humanitären Hilfe
Der IOM‑Chef berichtete, dass die Organisation in diesem Jahr bereits Ressourcen im Wert von 83 Millionen US‑Dollar verloren habe, was zu einer massiven Reduzierung der Hilfsmaßnahmen führe. „Wir müssen entscheiden, welche Leben wir retten können und welche Unterstützung wir einstellen müssen“, sagte Refaat.
Ausblick und Risikoeinschätzung
Angesichts der drohenden Angriffe auf El‑Obeid und der anhaltenden Unsicherheit warnt Refaat vor einer weiteren Eskalation, die die humanitäre Lage im gesamten Sudan weiter verschärfen könnte.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von International Organization for Migration (IOM), lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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