USA: ELISA als bevorzugter Ersttest für ANCA im sekundären Versorgungssetting
Hintergrund
Ein Forschungsteam aus mehreren Institutionen hat die Wirksamkeit des 2017 veröffentlichten Konsens‑Ansatzes für Antineutrophil‑Zytoplasma‑Antikörper‑Tests (ANCA) in einem großen Lehrkrankenhaus untersucht. Ziel war es, die Teststrategie an Einrichtungen mit niedrigerer Krankheitsprävalenz anzupassen.
Methodik
Zwischen 2012 und 2023 wurden sämtliche Patienten, die im Krankenhaus auf ANCA untersucht wurden, retrospektiv erfasst. Der indirekte Immunfluoreszenztest (IIF) erfolgte mit dem EUROPLUSTM Granulocyte Mosaic 25, während MPO/PR3‑Antikörper mittels ImmunoCAP®250 nachgewiesen wurden. Die statistische Auswertung erfolgte in R.
Ergebnisse
Von insgesamt 5 518 getesteten Patienten waren 286 positiv, was einer Prävalenz von 5,2 % entspricht. Bei 63 % der ANCA‑positiven Fälle wurde keine ANCA‑assoziierte Vaskulitis (AAV) diagnostiziert. Stattdessen traten häufig andere Autoimmunerkrankungen, Malignome, Infektionen oder die Einnahme spezifischer Medikamente auf.
Testvergleich
Der Einsatz von IIF und ELISA als Ersttest zeigte gute negative prädiktive Werte. Der ELISA‑Ersttest erwies sich jedoch mit höheren positiven prädiktiven Werten und einer höheren Spezifität. Eine Bestätigung durch einen zweiten Test steigerte die Spezifität weiter.
Empfehlungen für die Praxis
Für sekundäre Versorgungszentren empfiehlt das Team, den ELISA‑Test als Erstdiagnostik zu nutzen, um sowohl AAV auszuschließen als auch zu bestätigen. Bei hohem klinischem Verdacht und negativem Ersttest oder bei niedrigen Antikörperkonzentrationen sollte ein zweiter Test durchgeführt werden. Ebenso wird ein zweiter Test bei klinischer Unsicherheit trotz positivem Ersttest angeraten, um Fehlalarme zu reduzieren.
Schlussfolgerung
Die Analyse zeigt, dass die Mehrheit der ANCA‑positiven Patienten keine AAV hat. In Einrichtungen mit niedrigerer Prävalenz erhöht der ELISA‑Ersttest die diagnostische Genauigkeit, während ein zusätzlicher Test die Spezifität weiter verbessert.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung