Die steigenden Energiepreise, die durch die jĂĽngsten militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten ausgelöst wurden, zwingen EntwicklungsÂländer dazu, enorme Summen fĂĽr den Schutz ihrer Haushalte auszugeben, sodass weniger Geld fĂĽr Schulen, Krankenhäuser und KlimaschutzmaĂźnahmen zur VerfĂĽgung steht.
Steigende Subventionen
Laut dem Bericht des UN‑Entwicklungsprogramms (UNDP) „Military Escalation in the Middle East: Cushioning the Global Shock“ setzen Regierungen auf fossile Brennstoff‑Subventionen, Preisdeckel und Steuererstattungen, um Familien vor den höheren Ă–lpreisen zu schĂĽtzen. Diese MaĂźnahmen bieten zwar kurzfristige Entlastung, verursachen jedoch langfristig hohe Kosten.
Finanzielle Belastungen
UNDP projiziert, dass die weltweiten Subventionen für fossile Brennstoffe im Jahr 2026 $1,1 Billion erreichen werden – das sind $410 Milliarden mehr als im Vorjahr – bei einem durchschnittlichen Ölpreis von $88,60 pro Barrel. Im Szenario eines Ölpreises von $110 pro Barrel könnten die Subventionen sogar $1,43 Billion betragen.
Schuldenentwicklung
Die steigenden Energiekosten belasten bereits angespannte öffentliche Finanzen in vielen Niedrig‑ und MittelÂeinkommensländern. Der UNDP‑Administrator Alexander De Croo erklärte, dass Geld, das fĂĽr den Ausbau von Schulen, Krankenhäusern und sauberen Energiesystemen vorgesehen sei, nun lediglich dazu diene, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Fast die Hälfte der ärmsten Länder befindet sich bereits in einer Schuldenkrise; das mittlere Entwicklungsland wird im Jahr 2026 voraussichtlich 9,5 Prozent seiner Staatseinnahmen fĂĽr Schuldendienst aufwenden – das Doppelte des Anteils vor einem Jahrzehnt und der höchste Stand seit 25 Jahren.
Gefährdete Entwicklungsziele
Der Bericht warnt, dass die Umleitung knapper öffentlicher Mittel in fossile Subventionen die Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) gefährde und die Länder in kohlenstoffintensive Energiesysteme binde.
Appell an die internationale Gemeinschaft
Alexander De Croo betonte, dass EntwicklungsÂländer nicht fĂĽr eine Krise opfern sollten, die sie nicht verursacht haben. Er forderte einen leichteren Zugang zu internationaler Finanzierung und schnellere Investitionen in erneuerbare Energien, da Energie‑sicherheit und Energiewende seiner Ansicht nach untrennbar miteinander verbunden seien.
Ausblick
Der UNDP‑Bericht unterstreicht die Notwendigkeit globaler UnterstĂĽtzung, um EntwicklungsÂländer vor langfristigen RĂĽckschlägen zu schĂĽtzen und gleichzeitig die globale Energiewende voranzutreiben.
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