Forscher haben in einer umfassenden Analyse von Invertebraten‑Genomen nachintakte Retroviren mit Envelope‑Genen gesucht und festgestellt, dass solche Elemente über viele Tierstämme hinweg verbreitet sind und bereits vor dem Aufspalten bilateraler und nicht‑bilateraler Tiere im Präkambrium entstanden sein könnten.
Methodik und Suchstrategie
Die Untersuchung basierte auf einer systematischen Durchsuchung öffentlich verfügbarer Genomdatenbanken nach intakten Retroviren, die sowohl gag‑ und pol‑Regionen als auch ein Envelope‑Gen aufweisen. Dabei wurden Sequenzhomologien zu Ty3/gypsy‑Elementen in Drosophila als Referenz verwendet.
Verbreitung über Tierstämme hinweg
Die Analyse ergab Envelope‑haltige Elemente in einer breiten Palette von Wirbellosen, darunter Cnidaria, Ctenophora und Tunicata. Die Präsenz in solch unterschiedlichen Linien deutet auf eine sehr alte Herkunft hin.
Vielfalt der Envelope‑Gene
Die gefundenen Envelope‑Gene lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: solche, die Ähnlichkeiten zu dem Glykoprotein F von Paramyxoviren aufweisen, und solche, die dem Glykoprotein B von Herpesviren ähneln. Beide Typen sind in etwa gleich häufig vertreten.
Evolutionäre Implikationen
Phylogenetische und strukturelle Analysen zeigen, dass die Envelope‑Gene im Einklang mit den pol‑Genen und den Wirtsorganismen divergiert sind, während Rekombinationen selten vorkamen. Das Muster spricht für eine frühe, möglicherweise präkambrium‑zeitliche Integration.
Genomische Expansion in einzelnen Linien
In mehreren Arten wurden zahlreiche hochähnliche Kopien desselben Elements gefunden, was auf jüngste genomische Ausweitungen in bestimmten Wirtslinien hindeutet.
Zukünftige Forschung
Die Ergebnisse legen nahe, dass weitere Untersuchungen zur funktionalen Rolle der Envelope‑Gene in Wirbellosen Aufschluss über die Evolution von Viren‑Wirts‑Interaktionen geben könnten.
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