Eine aktuelle Analyse hat ergeben, dass epigenetische Alterungsuhren, die auf DNA-Methylierungsmustern basieren, bei Personen mit gemischter genetischer Herkunft deutlich weniger präzise das chronologische Alter vorhersagen und zudem Schwierigkeiten haben, altersbedingte Beschleunigungen bei Alzheimer‑Patienten zu erkennen.
Untersuchungsdesign und Stichprobe
Forscher haben dafür 621 Alzheimer‑Patienten und passende Kontrollpersonen aus afroamerikanischen, hispanischen und weißen Kohorten herangezogen. Zusätzlich wurden über 2 500 Personen europäischer und afrikanischer Abstammung aus drei weiteren Datensätzen einbezogen, um die Ergebnisse zu validieren.
Genauigkeit der Uhren in unterschiedlichen Ancestrien
Die Ergebnisse zeigen, dass die Uhren im weißen Kollektiv die chronologische Altersschätzung am besten reproduzieren. In den gemischten Kohorten, insbesondere bei starkem afrikanischem Erbanteil, sinkt die Vorhersagegenauigkeit merklich.
Erkennung von Altersbeschleunigung bei Alzheimer
Ein weiteres Ergebnis verdeutlicht, dass die Uhren in den gemischten Gruppen keine konsistente Altersbeschleunigung bei Alzheimer‑Patienten im Vergleich zu den Kontrollen nachweisen konnten.
Analyse der zugrunde liegenden CpG‑Stellen
Um mögliche Ursachen zu identifizieren, haben die Autoren die CpG‑Stellen der Uhren mit Daten zu Methylierung, erblichen Varianten und meQTL aus globalen Populationen überlagert. Sie fanden häufige Unterschiede in der Methylierung zwischen afrikanischen und europäischen Personen an den relevanten CpG‑Stellen. Während erbliche Varianten selten die CpG‑Stellen direkt beeinflussen, weisen viele dieser Stellen meQTL‑Assoziationen mit deutlich höherer Frequenz in afrikanischen Ancestrien auf.
Implikationen für die Weiterentwicklung
Die Untersuchung legt nahe, dass zukünftige Modelle zur Altersbestimmung die genetischen und epigenetischen Unterschiede zwischen Populationen stärker berücksichtigen müssen, um eine breitere Anwendbarkeit zu erreichen.
Vorschläge zur Verbesserung der Portabilität
Die Autoren empfehlen, Trainingsdatensätze zu erweitern, um Vertreter aus verschiedenen Ancestrien einzubeziehen, und die Modellparameter an populationsspezifische Methylierungsmuster anzupassen.
Schlussfolgerung
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass aktuelle epigenetische Alterungsuhren ihre Vorhersagekraft verlieren, wenn sie ohne Anpassungen auf genetisch diverse Gruppen angewendet werden, und bietet konkrete Ansatzpunkte für die Optimierung zukünftiger Biomarker‑Modelle.
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