Ein starkes Erdbeben hat weite Teile Venezuelas verwüstet und nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF rund 3,9 Millionen Kinder und Jugendliche in den betroffenen Gebieten zurückgelassen. Die Katastrophe hat das bestehende Kinderschutzsystem stark beansprucht und Lücken in der Notfallkoordination offengelegt.
AusmaĂź der Katastrophe
Die Erschütterungen zerstörten unter anderem das Büro des Kommunalen Rates für den Kinderschutz in La Guaira, wobei alle fünf Schutzbeamten überlebten, jedoch einer verletzt wurde. In den Trümmern des Wohnkomplexes Caribe Tower in Caraballeda wird nach wie vor nach den 13‑jährigen Zwillingen Aron und Aranza Mendoza Orias gesucht, deren Aufenthaltsort unbekannt ist.
Reaktion der Behörden
Der Nationale Rat für die Rechte von Kindern und Jugendlichen (IDENNA) aktivierte drei Tage nach dem Beben ein landesweites Notfallprotokoll, das eine „universelle und gleichzeitige Zuständigkeit“ etablierte und medizinische Versorgung von Kindern ohne Ausweisdokumente sicherstellte. Zusätzlich wurde ein temporäres Büro in La Guaira eingerichtet, um die Arbeit der vier aktiven Schutzbeamten zu unterstützen.
Probleme im Kinderschutzsystem
Ein Bericht der NGOs Cecodap und REDHNNA zeigte, dass das System zwar eine Grundreaktion aufrechterhalten konnte, jedoch erhebliche Schwächen wie fragmentierte Koordination und fehlende vordefinierte Katastrophenprotokolle aufweist. Laut Bericht sei es nötig, territoriale Zuständigkeiten zu lockern und Schutzbeamte aus anderen Gemeinden einzusetzen, um schnelle Reaktionen zu ermöglichen.
Initiativen von Freiwilligen
In den Notunterkünften von Parque del Oeste organisierten Freiwillige die Dokumentation geretteter Kinder, indem sie Namen, Eltern und Fundorte notierten und diese Informationen mit Permanentmarker an die Arme der Kinder schrieben. Gleichzeitig stellten Krankenhäuser wie das Miguel Pérez Carreño-Hospital Handlungsanweisungen auf, die auf gesundem Menschenverstand beruhten, da keine klaren Richtlinien vorlagen.
Empfehlungen der NGOs
Die NGOs fordern die Schaffung einer nationalen Notfall‑Koordinierungsplattform, in der IDENNA, Kinderschutzräte, Staatsanwaltschaft, Gerichte, Gesundheitsbehörden und Zivilgesellschaft gemeinsame Verfahren nutzen und Informationen austauschen können. Sie betonen zudem die Notwendigkeit offizieller Verifikationssysteme, um Fehlinformationen zu reduzieren und die Wiedervereinigung von Familien zu beschleunigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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