UN: Erdbeben in Venezuela – massive humanitäre Bedürfnisse
AusmaĂź des Ereignisses
Ein doppeltes Erdbeben hat in Venezuela mindestens 235 Menschenleben gefordert und laut Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bis zu 6,8 Millionen Menschen betroffen. Über 41 000 Personen gelten als vermisst, weil sie nach dem Einsturz von Gebäuden nicht mehr gefunden werden konnten.
Zerstörung von Wohnraum
Viele Bürger haben ihr Zuhause verloren und zeigen sich laut IFRC‑Sprecherin Loyce Pace, Regionaldirektorin für die Amerikas, weiterhin verängstigt, in die zerstörten Gebäude zurückzukehren. „Die Menschen haben alles zurückgelassen, und nichts funktioniert mehr wie zuvor. Unser vorrangiges Ziel ist es, das Überleben mit den nötigsten Hilfsgütern zu sichern“, erklärte sie gegenüber Journalisten in Genf.
Medizinische Notlage
Der Gesundheitsnotstand wird von Dr. Ciro Ugarte, Direktor für Gesundheitseinsätze der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO), als kritisch eingeschätzt. Er betonte, dass die ersten Stunden nach dem Beben entscheidend seien, um Leben zu retten, und dass medizinische Teams unter erheblichem Druck stehen, Traumata wie Knochenbrüche und Verbrennungen zu behandeln, während der Zugang zu betroffenen Gebieten nach wie vor sehr schwierig sei.
Versorgung mit GrundbedĂĽrfnissen
Zoe Brennan von der IOM wies darauf hin, dass neben medizinischer Versorgung dringend temporäre Unterkünfte, sicheres Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen und weitere Hilfsgüter benötigt werden. Sie fügte hinzu, dass langfristige Unterstützung notwendig sei, um den Wiederaufbau von Häusern und die Wiederherstellung von Existenzgrundlagen zu ermöglichen.
Einschränkungen im digitalen Raum
Das Büro der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) bestätigte einen Internetausfall in Venezuela und betonte, dass bereits bestehende Beschränkungen in den ersten Stunden nach den Erdbeben fortbestanden. Sprecherin Marta Hurtado forderte die Wiederherstellung des Zugangs zu digitalen Medien und die Wahrung der Informationsfreiheit.
Hintergrund und Vulnerabilität
Die Erdbeben trafen ein Land, das bereits durch eine langjährige Wirtschaftskrise und anhaltende Menschenrechtsverletzungen belastet ist, was die humanitäre Lage weiter verschärft. Viele Bürger leben im Ausland, nachdem sie die schwierigen Bedingungen im Heimatland verlassen haben.
Internationale HilfsmaĂźnahmen
Vereinte Nationen, das Internationale Rote Kreuz und Rote Halbmond (IFRC), die PAHO sowie weitere humanitäre Akteure koordinieren derzeit die Rettungs- und Versorgungsaktionen, um die dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung zu decken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung