Eine Fall-Kontroll-Studie aus Bangladesch zeigte, dass Patienten mit funktioneller Dyspepsie (FD) im Mittel deutlich mehr duodenale Eosinophile aufwiesen als symptomfreie Kontrollpersonen (23,98 ± 7,98 vs. 15,63 ± 5,94 Eosinophile/HPF, p < 0,001). Das Vorhandensein von duodenaler Eosinophilie (≥21 Eosinophile/HPF) war bei 69,6 % der FD‑Patienten, jedoch nur bei 17,5 % der Kontrollen nachweisbar, was einer Odds Ratio von 9,74 (95 %‑KI 3,50‑27,08) entspricht.
Hintergrund
Funktionelle Dyspepsie ist ein verbreitetes gastrointestinale Syndrom, dessen Entstehung multifaktoriell ist. Aktuelle Forschung legt nahe, dass eine milde Immunaktivierung im Duodenum, ausgelöst durch eosinophile Infiltration, zur Symptomatik beitragen könnte.
Methodik
Die Untersuchung wurde von Januar bis Dezember 2022 im Department für Gastroenterologie des Sir Salimullah Medical College, Mitford Hospital, Dhaka, durchgeführt. Es wurden 46 erwachsene FD‑Patienten nach Rom‑III‑Kriterien rekrutiert und mit 40 alters‑ und geschlechtsgleichen Kontrollpersonen verglichen, die sich wegen anderer Indikationen einer Ober‑Gastroskopie unterzogen und dort unauffällige Befunde zeigten.
Probenentnahme und Analyse
Aus dem zweiten Teil des Duodenums wurden mehrere Biopsien entnommen, formalinfixiert, paraffin-eingebettet und mit Hämatoxylin‑Eosin gefärbt. In fünf zufällig ausgewählten hochvergrößerten Feldern (400‑fache Vergrößerung) wurden Eosinophile manuell gezählt; der Mittelwert pro Feld bildete die Kennzahl für die eosinophile Dichte.
Ergebnisse im Detail
Die durchschnittliche eosinophile Dichte war bei FD‑Patienten signifikant höher (23,98 ± 7,98) als bei Kontrollen (15,63 ± 5,94). Der Schwellenwert von 21 Eosinophilen pro Hoch‑Power‑Feld wurde bei 69,6 % der Patienten, jedoch nur bei 17,5 % der Kontrollen erreicht. Die statistische Analyse ergab eine stark erhöhte Wahrscheinlichkeit für FD bei Vorhandensein einer duodenalen Eosinophilie (Odds Ratio = 9,74, 95 %‑KI = 3,50‑27,08).
Schlussfolgerungen
Die Studie liefert Evidenz dafür, dass FD‑Patienten im Vergleich zu symptomfreien Kontrollen eine ausgeprägtere duodenale Eosinophilie aufweisen, was die Hypothese einer low‑grade Immunaktivierung in der Pathogenese von funktioneller Dyspepsie unterstützt. Weitere multizentrische Untersuchungen mit größeren Stichproben sind nötig, um die klinische Relevanz dieser Befunde zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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