Erhöhung des Mindestpreises für Alkohol in Schottland senkt Konsum und Todesfälle
Eine aktuelle Modellrechnung schätzt, dass die Anhebung des Mindestpreises für Alkohol (MUP) in Schottland von £0,50 auf £0,65 im September 2024 zu einem Rückgang des Alkoholkonsums um 12,0 % führen könnte. Gleichzeitig wird ein Rückgang der Ausgaben für Alkohol um 2,1 % erwartet.
Gesundheitliche Auswirkungen
Die Simulation prognostiziert, dass über einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt 3.385 Todesfälle vermieden werden könnten, davon 2.578 Todesfälle, die ausschließlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Die Reduktion betrifft vor allem Personen, die derzeit in den gefährlichen Konsumkategorien (mehr als 35 Einheiten pro Woche für Frauen bzw. 50 Einheiten für Männer) eingestuft sind.
Veränderungen in den Konsumgruppen
Der Anteil der Trinker, die als schädlich gelten, soll demnach um 29,4 % sinken, während der Anteil derjenigen, die als gefährlich eingestuft werden, um 8,0 % zurückgehen könnte. Diese Verschiebungen zeigen, dass ein höherer Mindestpreis nicht nur den Gesamtkonsum reduziert, sondern auch die Verteilung der Konsummuster verändert.
Soziale Ungleichheiten
Die Effekte des höheren MUP sind laut Modell besonders stark in den am stärksten von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen. In den quintilen der Scottish Index of Multiple Deprivation, die die höchste Deprivation aufweisen, werden die größten Einsparungen bei Konsum und Gesundheitsbelastungen erwartet.
Methodik der Analyse
Die Untersuchung verwendet das Sheffield Tobacco and Alcohol Policy Model, ein dynamisches Mikrosimulationsmodell, das Daten zu Alkoholkauf, Konsum von zehn Getränkekategorien und Preiselastizitäten für rund 800 Untergruppen der erwachsenen schottischen Bevölkerung integriert. Zusätzlich wird ein epidemiologisches Modell eingesetzt, um die gesundheitlichen Folgen zu schätzen.
Einschränkungen der Studie
Die Autoren weisen darauf hin, dass die zugrunde liegenden Daten vor der COVID‑19‑Pandemie erhoben wurden, dass Konsum‑ und Ausgabendaten aus getrennten Quellen zusammengeführt wurden und dass mögliche Angebotsreaktionen, etwa Preissteigerungen über dem MUP‑Schwellenwert, nicht berücksichtigt wurden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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