Eine Studie untersuchte, wie verschiedene Futterstrategien die mikrobiellen Metabolitenprofile im Gastrointestinaltrakt von Pferden beeinflussen. Dabei wurden vier Pferde ausschließlich auf Weide (PST), acht Pferde mit unbegrenztem Heu (HAY) sowie jeweils sechs Pferde mit Heu plus Hafer, dosiert mit 1 g bzw. 2 g Stärke pro Kilogramm Körpergewicht und Mahlzeit (OS1, OS2), gefüttert.
Studienaufbau
Nach einer definierten Fütterungsperiode wurden die Tiere euthanasiert und der Verdauungstrakt sektioniert. Aus den einzelnen Abschnitten wurden Digesta-Proben entnommen und auf Trockenmasse, pH‑Wert, kurzkettige Fettsäuren (SCFA), Ammoniak und Lactat analysiert.
Analyse der Proben
Für alle gemessenen Parameter zeigten die Darmabschnitte signifikante Unterschiede (P < 0.001), wodurch eine klare Trennung zwischen Vorder‑ und Hinterdarm sowie zwischen proximalen und distalen Bereichen des Hinterdarms erkennbar wurde.
Einfluss der Futterration
Die Futterart wirkte sich signifikant auf Trockenmasse (P < 0.001), Gesamtscfa (P = 0.011), n‑Butyrat (P = 0.015), n‑Valerat (P = 0.045) und iso‑SCFA (P = 0.017) aus. Zusätzlich wurden Ration × Abschnitt‑Interaktionen für Trockenmasse (P = 0.001), n‑Butyrat (P = 0.012), n‑Valerat (P = 0.001), iso‑SCFA (P < 0.001) und Ammoniak (P < 0.001) nachgewiesen.
Spezifische Befunde der Pasturgruppe
Die PST‑Gruppe wies höhere Gesamtscfa‑Konzentrationen im Digesta auf, was auf eine gesteigerte Fermentationsaktivität hindeutet. Besonders in den distalen Hinderdarmabschnitten waren n‑Valerat, iso‑SCFA und Ammoniak erhöht, was auf vermehrte Aminosäurefermentation und mögliche Veränderungen im mikrobiellen Proteinstoffwechsel schließen lässt.
Auswirkungen der Haferzugabe
Die Zugabe von Hafer beeinflusste die mikrobiellen Metaboliten vorwiegend im Magen, wobei Anzeichen für verstärkte proteolytische Aktivitäten erkennbar waren.
Bedeutung für die Pferdegesundheit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Zusammensetzung der Ernährung die mikrobielle Metabolitenproduktion entlang des gesamten Verdauungstrakts maßgeblich steuert. Damit können gezielte Fütterungsstrategien zur Optimierung der Darmgesundheit und zur Prävention gastrointestinaler Störungen bei Pferden beitragen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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