Erste Hinweise auf vasculogenes Mimicry bei Pferde‑SCC
Hintergrund
Forscher haben erstmals ein Netzwerk von pseudo‑Gefäßen nachgewiesen, das von Tumorzellen in Plattenepithelkarzinomen (SCC) von Pferden gebildet wird. Das Phänomen, bekannt als vasculogenes Mimicry (VM), wurde bislang nur bei menschlichen Tumoren beschrieben.
Methodik
In einer prospektiven Studie wurden 43 SCC‑Proben oder Vorläuferläsionen (15 okulare, 14 genitale, 14 oronasale Tumoren) nach histopathologischer Diagnose auf das Vorhandensein von equinem Papillomavirus (EcPV) mittels PCR untersucht. Alle Proben wurden anschließend formalinfixiert, paraffin-embeded und mittels Periodic‑Acid‑Schiff‑Reaktion (PAS) sowie immunhistochemischer Färbung für den Endothelmarker CD31 analysiert. Thirteen Läsionen, die PAS‑positive, CD31‑negative Lumina mit Erythrozyten enthielten, wurden einer dreifachen Immunfluoreszenz‑Analyse (CD31, Pan‑Cytokeratin, Kollagen‑IV bzw. α‑SMA) unterzogen.
Ergebnisse zur Papillomavirus‑Infektion
Alle genitalen Tumoren und die Hälfte der oronasalen Tumoren wiesen eine Infektion mit EcPV‑Typ 2 auf, während okulare Läsionen negativ blieben. Ein mandibulärer SCC enthielt EcPV‑Typ 5. Insgesamt waren 13 von 43 Proben positiv für EcPV‑Typ 2 bzw. 5.
Nachweis von vasculogenem Mimicry
VM‑Charakteristika wurden in sechs genitalen, drei oronasalen und vier okularen Tumoren eindeutig identifiziert. Die betroffenen Strukturen zeigten PAS‑Positive, CD31‑Negative Hohlräume, die Erythrozyten enthielten, sowie eine Auskleidung durch Zellen, die sowohl Pan‑Cytokeratin als auch Kollagen‑IV und α‑SMA exprimierten.
Molekulare Charakterisierung
Die gleichzeitige Präsenz von Kollagen‑IV und α‑SMA in den VM‑Strukturen deutet darauf hin, dass die Tumorzellen perizytaire Zellen rekrutieren, um die Stabilität der pseudo‑Gefäßkanäle zu erhöhen. Die fehlende CD31‑Expression bestätigt, dass es sich nicht um echte Endothelgefäße handelt.
Bedeutung und Ausblick
Die vorliegende Untersuchung liefert den ersten Nachweis von VM in tierischen SCC, was neue Perspektiven für das Verständnis von Tumorangiogenese bei Pferden eröffnet. Weitere Studien seien nötig, um die funktionelle Relevanz von VM für Tumorprogression und Therapiemöglichkeiten zu klären.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Übertragung
