Am 12. Februar 2026 zündeten vier P120C‑Booster und hoben die Ariane 6‑Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Französisch‑Guayana in den Himmel. Der Start brachte 32 Satelliten der Amazon‑Leo‑Konstellation in eine erdnahe Umlaufbahn und bestätigte die Fähigkeit Europas, schwere Nutzlasten eigenständig zu starten.
Startdetails
Der Start erfolgte um 13:45 Ortszeit (16:45 GMT/17:45 CET). Nach etwa 114 Minuten wurden die letzten Satelliten aus der Nutzlastklappe freigegeben. Der Aufstieg demonstrierte die Zusammenarbeit von Hauptstufe und vier Boostern in Echtzeit.
Technische Daten
Die vier‑Booster‑Variante, bezeichnet als Ariane 64, erreicht mit einer Nutzlast von rund 21,6 t in den niedrigen Erdorbit – mehr als das Doppelte der 10,3 t, die die zweiboostige Version transportieren kann. Die Rakete misst 62 m in der Gesamthöhe, vergleichbar mit einem 20‑stöckigen Gebäude, und besitzt eine 20‑m‑lange Fairing‑Hülle.
Leistungssteigerung
Die P120C‑Booster gehören zu den leistungsstärksten einteiligen Feststoffmotoren weltweit. Durch die zusätzliche Schubkraft zweier Booster wird die Ariane 6 in eine neue Klassenkategorie gehoben, die sowohl kleine als auch große Nutzlasten zu nahen und fernen Umlaufbahnen befördern kann.
Beteiligte Akteure
Der Start wurde von Arianespace durchgeführt. ESA‑Direktor Josef Aschbacher erklärte: „Mit dem kraftvollen Aufschrei von vier Boostern erhalten wir mehr als das Doppelte an Nutzlastmasse für den Orbit.“ ESA‑Direktor für Raumtransport Toni Tolker‑Nielsen ergänzte: „Dieser Flug bestätigt Europas autonome Zugangsmöglichkeit zum Weltraum.“ Die französische Raumfahrtbehörde CNES leitete die Bereichsoperationen am Weltraumbahnhof.
Zukünftige Entwicklungen
In naher Zukunft sollen die P120C‑Booster durch die weiterentwickelten P160C‑Motoren ersetzt werden. Der P160C, ein gemeinsames Projekt von ArianeGroup und Avio über das Joint‑Venture Europropulsion, enthält 14 t mehr Feststoff und erhöht damit die Leistung von Ariane 6 und Vega erheblich.
Ausblick
Nach dem erfolgreichen Erstflug der Ariane 64 plant ESA weitere Missionen, darunter den Start des Planeten‑Jägers „Plato“ mit einer weiterentwickelten Ariane‑6‑Version. Die Demonstration der vier‑Booster‑Konfiguration gilt als Meilenstein für die europäische Raumfahrtindustrie.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
