Forscher haben im Rahmen einer vierjährigen Untersuchung erstmals das Tembusu‑Virus (TMUV) in Mücken der Laotischen Demokratischen Volksrepublik (Lao PDR) nachgewiesen. Die Proben wurden zwischen 2021 und 2024 in sechs Provinzen gesammelt und mittels metagenomischer Sequenzierung analysiert.
Hintergrund der Untersuchung
Lao PDR liegt in einer Region, die als Hotspot für emergente und reemergente Infektionskrankheiten gilt. Während Dengue‑ und Japanische Enzephalitisviren bereits als bedeutende Gesundheitsgefahren identifiziert sind, ist das Vorkommen anderer moskitobornener Flaviviren bislang wenig erforscht.
Methodik der Probenahme
Im Untersuchungszeitraum wurden 2 548 weibliche Mücken aus 100 Arten und 11 Gattungen mit CDC‑Lichtfallen gefangen. Die Exemplare wurden morphologisch bestimmt und anschließend zu 1 008 Mini‑Pools von jeweils ein bis mehreren Individuen zusammengefasst. Insgesamt 1 622 Mücken wurden in diesen Pools analysiert.
Labortests und Sequenzierung
Die Mini‑Pools wurden mittels verschachtelter RT‑PCR auf Flaviviren untersucht. Positive Proben wurden einer metagenomischen Sequenzierung unterzogen, wodurch dreizehn vollständige Genomsequenzen gewonnen wurden.
Ergebnisse: Tembusu‑Virus und Insekten‑spezifische Flaviviren
Ein vollständiges Genom des Tembusu‑Virus (TMUV/Mos_L010) wurde aus Culex vishnui‑Mücken isoliert. Die phylogenetische Analyse ordnete diesen Stamm dem Cluster 3 zu und zeigte eine enge Verwandtschaft zu einem TMUV‑Stamm, der bei Delfinen in Thailand nachgewiesen wurde, unterstützt durch mehr als 99 % Bootstrap‑Wert für die Aminosäurehomologie.
Vielfältige Insekten‑spezifische Flaviviren
Die übrigen zwölf Genomsequenzen gehörten zu klassischen insekten‑spezifischen Flaviviren (cISFV). Sie wurden in fünf Untergruppen eingeteilt, die den jeweiligen Mückengattungen zugeordnet sind: Aedes (1), Anopheles (1), Culex (2) und Uranotaenia (1).
Bedeutung der Befunde
Der Nachweis von TMUV erweitert das bekannte Verbreitungsgebiet des Virus um Lao PDR und dokumentiert erstmals dessen Auftreten in der Region. Die Entdeckung einer breiten Palette von ISFVs verdeutlicht die bislang wenig erforschte Virenvielfalt in laotischen Mückenpopulationen.
Ausblick
Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an verstärkter arbovirusbezogener Überwachung und ökologischer Forschung, um mögliche zoonotische Spillover‑Risiken in Südostasien besser einschätzen zu können.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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