Hintergrund
Ein erstes persönliches Treffen des Landsat‑Science‑Teams fand vom 5. bis 7. Mai 2026 im USGS‑EROS‑Center in Sioux Falls, South Dakota statt. Die Veranstaltung brachte Wissenschaftler und Projektleiter aus den USA sowie internationale Partner zusammen, um die Ausrichtung des Landsat‑Programms für die Jahre 2026‑2030 zu erarbeiten.
Ziele des Treffens
Geleitet wurde das dreitägige Treffen von Chris Neigh, Projektwissenschaftler für Landsat 8, 9 und 10. Ziel war es, eine gemeinsame Vision zu formulieren, aktuelle Arbeiten zu präsentieren und Prioritäten für die nächsten fünf Jahre festzulegen.
Statusberichte
Während der Sitzungen erhielten die Teilnehmer umfassende Updates zum bevorstehenden Landsat‑10‑Projekt, zu den interagency‑ und internationalen Aktivitäten im Rahmen der Harmonisierten Landsat‑ und Sentinel‑2‑Datenprodukte (HLS) sowie zu den Planungen für Collection 3 (C3).
Arbeitsgruppen und Empfehlungen
In vier thematischen Arbeitsgruppen wurden konkrete Empfehlungen erarbeitet, die künftig die Datenverarbeitung und Produktqualität leiten sollen. Die Gruppen behandelten Oberflächenreflexion, Temperatur‑ und Emissivität, aquatische Reflexion sowie Projektion und Kachelung.
Oberflächenreflexion
Die Arbeitsgruppe für Oberflächenreflexion betonte die Notwendigkeit von Topografie‑ und Nachbarschaftskorrekturen, BRDF‑Korrekturen und einer verbesserten Wolkenmaskierung. Empfohlen wurde die Integration der CMIX2‑Wolkenmaskierung in zukünftige Kollektionen sowie die Dokumentation von C3‑Toolkit‑Abhängigkeiten für nutzerseitige Korrekturen.
Temperatur und Emissivität
Im Bereich Landoberflächentemperatur und Emissivität wurde ein Schwerpunkt auf die Konsistenz des Archivs gelegt. Die Gruppe schlug vor, entweder die native Auflösung beizubehalten oder auf 60 m zu standardisieren, und empfahl Tests für vulkanische Anwendungen. Zudem wurden ASTER‑GED/CAMEL‑Emissivitätsdatensätze sowie ein Vergleich mit ECOSTRESS‑Daten für die fünf thermischen Bänder von Landsat 10 empfohlen.
Aquatische Reflexion
Die Experten für aquatische Reflexion wiesen auf die problematische 18‑Tage‑Wiederholrate von Landsat 10 hin, die die Beobachtung dynamischer Prozesse wie schädlicher Algenblüten erschwert. Sie forderten verstärkte Investitionen in Validierungsinfrastruktur für Binnengewässer und rieten von pixelweisen Algorithmuswechseln ab, um Datenkontinuität zu wahren.
Projektion und Kachelung
Die Gruppe, die Projektion und Kachelung prüfte, befürwortete den USGS‑Pixel‑Raster‑Nesting‑Plan (10 – 120 m) und empfahl zusätzliche Trade‑‑Analysen zur Optimierung von Pixelreplikationsfehlern, Speicher‑ und Kostenaspekten sowie zur Abstimmung mit Sentinel‑2‑Next‑Generation. Bei ungelösten Problemen sollte das Collection‑2‑Verfahren (UTM und Polar‑Stereographic) beibehalten werden.
Ausblick
Die erarbeiteten Empfehlungen bilden einen Fahrplan für das neue Landsat‑Science‑Team und sollen sicherstellen, dass die globale wissenschaftliche Gemeinschaft bis zum Ende des Jahrzehnts hochwertige, nutzbare Erdbeobachtungsdaten erhält.Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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