Eine aktuelle Analyse von Daten des englischen Learning from Lives and Deaths (LeDeR)-Programms und des Office for National Statistics (ONS) für die Jahre 2021 bis 2023 zeigt, dass Erwachsene mit schwerer oder profunder geistiger Behinderung im Mittel 57,9 Jahre alt werden – deutlich jünger als Personen mit milder bis moderater Behinderung (65,0 Jahre) und die Gesamtbevölkerung (81,9 Jahre). Die Untersuchung identifizierte zudem, dass fast vier von zehn Todesfällen in dieser Gruppe als vermeidbar eingestuft wurden.
Studiendesign und Datengrundlage
Die Studie nutzte einen bevölkerungsbasierten Ansatz und kombinierte LeDeR‑Mortalitätsdaten mit den offiziellen Sterbestatistiken des ONS. Insgesamt wurden 1.301 Erwachsene mit schwerer oder profunder geistiger Behinderung, 2.626 Erwachsene mit milder bis moderater Behinderung sowie 536.311 Personen aus der allgemeinen Bevölkerung analysiert.
Kohortenbeschreibung
Die untersuchten Gruppen wurden anhand von sozio‑demografischen Merkmalen, klinischen Befunden und Sterbeursachen verglichen. Die Vergleichsgruppe der allgemeinen Bevölkerung diente als Referenz für die Bewertung von Altersunterschieden und vermeidbaren Todesfällen.
Häufige Begleiterkrankungen
Bei den Erwachsenen mit schwerer oder profunder geistiger Behinderung war die Prävalenz von Dysphagie (63,0 %), Epilepsie (36,1 %) und Sehproblemen (35,9 %) signifikant höher als bei Personen mit milder oder moderater Behinderung (jeweils p < 0,01).
Alter bei Tod
Der mediane Todeszeitpunkt lag bei 57,9 Jahren für die schwer betroffene Gruppe, verglichen mit 65,0 Jahren bei milderen Formen und 81,9 Jahren in der Gesamtbevölkerung (p < 0,001). Die statistische Analyse ergab, dass schwere oder profunde geistige Behinderung mit einem um 7,17 Jahre jüngeren Todesalter assoziiert war (adjustierter Mittelwert‑Differenz = ‑7,17; 95 %‑KI [‑8,16, ‑6,18]; p < 0,001).
Vermeidbare Todesfälle
Nach OECD‑Kriterien wurden 39,5 % der Todesfälle bei Erwachsenen mit schwerer oder profunder geistiger Behinderung als vermeidbar klassifiziert, was einem Verlust von 15.059,4 Lebensjahren entspricht.
Statistische Analyse
Zur Untersuchung der Einflussfaktoren auf das Todesalter wurden Cox‑Regressionen sowie multiple lineare Regressionsmodelle eingesetzt. Die Analysen berücksichtigten demografische Variablen, Beg
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