EU: ESA-Astronaut Luca Parmitano wird Pilot der NASA-Mission Artemis III
Die NASA hat die Besatzung für die bevorstehende Artemis‑III‑Mission bekanntgegeben. Die Mannschaft besteht aus dem NASA‑Kommandanten Randy Bresnik, dem ESA‑Astronauten Luca Parmitano als Pilot sowie den NASA‑Spezialisten Frank Rubio und Andre Douglas, die für das Landemodul verantwortlich sind. Zusätzlich wurde der NASA‑Astronaut Bob Hines als Backup eingeteilt. Die Mission soll in einer Erdumlaufbahn die Rendezvous‑ und Andockfähigkeiten testen, die für künftige Mondlandungen erforderlich sind.
Zusammensetzung der Besatzung
Randy Bresnik übernimmt das Kommando, Luca Parmitano fliegt als Pilot, während Frank Rubio und Andre Douglas die Landesysteme betreuen. Der Backup‑Astronaut Bob Hines steht bereit, falls ein Besatzungsmitglied ausfällt. Die vier Personen beginnen nun ein intensives Trainingsprogramm, das die Systeme der Orion‑Raumkapsel und die Abläufe des menschlichen Landesystems umfasst.
Profil von Luca Parmitano
Luca Parmitano, ein ESA‑Astronaut aus Italien, hat insgesamt 366 Tage im All verbracht und zwei Langzeitmissionen zur Internationalen Raumstation (ISS) absolviert. Während dieser Einsätze führte er Hunderte von Experimenten durch, absolvierte sechs Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von über 30 Stunden und war zeitweise Kommandant der ISS. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als ESA‑Liaison am Johnson Space Center, fungierte als CAPCOM und bildete ESA‑Astronauten für Weltraumspaziergänge und robotische Operationen aus.
Flugerfahrung und Qualifikationen
Vor seiner Aufnahme in das europäische Astronautenkorps wurde Parmitano 2007 von der italienischen Luftwaffe zum Testpiloten ernannt. Er absolvierte die Ausbildung zum Experimental Test Pilot an der französischen Schule EPNER in Istres und wurde zum Oberst befördert. Seine Flugstunden übersteigen 2 000, er ist für mehr als 20 Militärflugzeug‑ und Hubschraubertypen qualifiziert und hat über 40 verschiedene Flugzeugmodelle gesteuert.
Das dritte Europäische Servicemodul
Das Europäische Servicemodul (ESM), das von Thales Alenia Space in Turin gebaut und von Airbus in Bremen final zusammengebaut wird, versorgt die Orion‑Kapsel mit Strom, Antrieb, Thermalkontrolle sowie Luft‑ und Wasserversorgung für die vier Astronauten. Die beiden Vorgängermodelle lieferten bereits die notwendige Energie für die unbemannte Artemis‑I‑Mission 2022 und die bemannte Artemis‑II‑Mission.
Aktueller Stand des Moduls
Das dritte ESM befindet sich derzeit in Tests am Kennedy Space Center in Florida. Es verließ Bremen im August 2024 auf dem Transportschiff Canopée, wurde im September 2025 an die NASA übergeben und hat kürzlich die akustische Prüfung abgeschlossen. In den nächsten Schritten wird es mit dem Crew‑Module‑Adapter verbunden, die vier europäischen Solarpaneele werden installiert und das Modul anschließend in das Orion‑Raumschiff integriert.
Stellungnahmen von Verantwortlichen
Josef Aschbacher, Direktor‑General der ESA, betont: „Die Zuweisung von Luca Parmitano als Pilot spiegelt die Tiefe europäischer Expertise in der bemannten Raumfahrt wider und nutzt seine umfangreiche operative Erfahrung in Hochdrucksituationen.“ NASA‑Administrator Jared Isaacman erklärt: „Artemis III wird die Leistungsfähigkeit amerikanischer Innovation und internationaler Partnerschaft demonstrieren, indem wir komplexe Rendezvous‑ und Andockmanöver testen.“ Luca Parmitano selbst sagt: „Ich fühle mich geehrt, Teil dieser Besatzung zu sein und freue mich darauf, mein Können als Testpilot einzubringen.“
Rolle der europäischen Industrie
Daniel Neuenschwander, Direktor für Mensch‑ und Robotik‑Erforschung bei der ESA, weist darauf hin, dass Europa in dieser Mission nicht nur das Servicemodul liefert, sondern auch mit über 13 Mitgliedstaaten, 20 Hauptauftragnehmern und mehr als 100 Zulieferern maßgeblich zur Durchführung beiträgt.
Ausblick auf Artemis III
Artemis III ist als bemannte Testflucht im Erdorbit geplant, um die für zukünftige Mondlandungen notwendigen Systeme und Abläufe zu verifizieren. Nach dem Start mit der Space‑Launch‑System‑Rakete wird das ESM seine Triebwerke einsetzen, um Schlüsselmanöver durchzuführen und die Annäherung an das Mondlandesystem zu demonstrieren, bevor die Mission den Grundstein für Artemis IV legt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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