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ESA demonstriert Tandem‑Mission mit Sentinel‑1 für 30‑Jahre‑Studie des antarktischen Eissystems
AI GENERATED 09.07.2026 18:50 Wissenschaft und Forschung

ESA demonstriert Tandem‑Mission mit Sentinel‑1 für 30‑Jahre‑Studie des antarktischen Eissystems

Die Europäische Raumfahrtorganisation ESA hat im März 2026 zwei Sentinel‑1 Radar‑Satelliten temporär in einer engen Tandem‑Formation positioniert, um ein‑tägige Radaraufnahmen derselben Antarktis‑Region zu ermöglichen. Damit wird die ursprĂĽngliche…

Die Europäische Raumfahrtorganisation ESA hat im März 2026 zwei Sentinel‑1 Radar‑Satelliten temporär in einer engen Tandem‑Formation positioniert, um ein‑tägige Radaraufnahmen derselben Antarktis‑Region zu ermöglichen. Damit wird die ursprüngliche Tandem‑Mission von ERS‑1 und ERS‑2 aus den 1990er‑Jahren erneut realisiert und liefert eine kontinuierliche Messreihe von drei Jahrzehnten.

Historischer Kontext der Tandem‑Missionen

ERS‑1 und ERS‑2, die 1991 bzw. 1995 von ESA gestartet wurden, bildeten damals die fortschrittlichsten Erdbeobachtungssatelliten Europas. Nach dem Start von ERS‑2 brachte ESA die beiden Satelliten in eine Tandem‑Formation, sodass sie dieselbe Erdfläche innerhalb von 24 Stunden erneut abtasten konnten. Diese Anordnung wurde neun Monate lang aufrechterhalten und lieferte damals beispiellose Daten zu Gletscherbewegungen.

Wiederaufnahme mit Sentinel‑1C und Sentinel‑1D

Im Rahmen der aktuellen Mission wurden Sentinel‑1C und Sentinel‑1D während der Inbetriebnahme von Sentinel‑1D temporär in enger Formation betrieben. Die Tandem‑Konfiguration ermöglichte nicht nur die Kalibrierung beider Systeme, sondern bestätigte auch die Leistungsfähigkeit des interferometrischen Synthetic‑Aperture‑Radar (InSAR) für Tages‑Intervalle.

Wissenschaftliche Relevanz

Durch die tägliche Wiederholung können Wissenschaftler die Fließgeschwindigkeit von Gletschern und Eisströmen sowie die Lage der Grundlinie – dem Übergang von festem Gestein zu schwebendem Eis – präzise bestimmen. Diese Parameter sind zentrale Indikatoren für die Reaktion des antarktischen Eisschildes auf die Erderwärmung und werden zur Abschätzung des zukünftigen Meeresspiegelanstiegs herangezogen.

Beispiel: Scar Inlet Ice Shelf und Evans Ice Stream

Die Interferogramme des Scar Inlet Ice Shelf zeigen im Vergleich von 1995 (ERS‑1/ERS‑2) und 2026 (Sentinel‑1C/‑1D) neue Risse und Brüche, die zuvor nicht sichtbar waren. Gleichzeitig lässt sich am Evans Ice Stream eine Beschleunigung des Flusses beobachten, was auf ein Fortschreiten der Grundlinienmigration hindeutet.

Langzeitmessungen am Leppard Glacier

Der Leppard Glacier verzeichnete zwischen 1995 und 2026 eine deutliche Zunahme seiner Fließgeschwindigkeit. Prof. Emeritus Helmut Rott betonte, dass die Kombination aus den historischen ERS‑Daten und den aktuellen Sentinel‑1‑Beobachtungen exzellente Möglichkeiten für verbesserte Vorhersagen von Eisabtrag und Grundlinienverlagerungen eröffnet.

Technische Vorteile des 1‑Tag‑Interferogramms

Im Vergleich zu den üblichen sechs‑Tage‑Interferogrammen liefert das 1‑Tag‑Paar von Sentinel‑1C und Sentinel‑1D ein deutlich weiter auseinander liegendes Fringemuster, wodurch die Messgenauigkeit bei schnell fließenden Eisströmen steigt. Thomas Nagler, CEO von ENVEO, erklärte, dass die Reduktion des Wiederholungsintervalls die Beobachtung von Scherzonen und schnellen Gletschern erheblich verbessert.

Ausblick: Sentinel‑1 Next Generation und ROSE‑L

Thibaut Decoopman, Projektleiter von Sentinel‑1 Next Generation, wies darauf hin, dass das System als Benchmark für hochqualitative Radar‑Interferometrie etabliert sei und zukünftige Missionen wie ROSE‑L von den gewonnenen Daten profitieren werden.

Schlussfolgerung

Die erneute Tandem‑Mission bestätigt die langfristige Wertschöpfung von Satellitenformationen für die Klimaforschung und legt die Basis für weiterführende Beobachtungen des antarktischen Eissystems.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.

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