Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat ein neues Bild des James‑Webb‑Weltraumteleskops veröffentlicht, das ein so genanntes „Treasure Chest“ im Carina‑Nebelfleck zeigt. Das Bild stammt aus einer Beobachtungskampagne, die im August 2026 abgeschlossen wurde und verdeutlicht die Struktur einer kometaren Glocke, die von jungen Sternen beleuchtet wird. Das Carina‑Nebelfleck liegt etwa 7 500 Lichtjahre von der Erde entfernt und erstreckt sich über rund 260 Lichtjahre.
Entstehung des Bildes
Die Aufnahme wurde mit der Near‑Infrared Camera (NIRCam) des James‑Webb‑Teleskops erstellt und ist Teil des Beobachtungsprogramms #5408, geleitet von Forscher Reiter. Ziel des Programms ist es, die Wechselwirkungen junger Sterne mit ihrer Umgebung im Carina‑Nebelfleck zu untersuchen.
Beschreibung des Schatztruhe‑Phänomens
Das „Treasure Chest“ ist eine isolierte Wolke aus Gas und Staub, die eine dichte, dunkle Vorderseite und einen breiten Schweif besitzt – ein typisches Merkmal kometarer Glaskörper. Im Inneren befindet sich ein kompakter Sternhaufen mit etwa 70 Sternen, von denen der massereichste ein seltener O‑Typ‑Stern ist, der etwa das 19‑fache der Sonnenmasse wiegt.
Stellare Umgebung
Nur 39 Lichtjahre nordwestlich der Schatztruhe liegt Eta Carinae, das leuchtstärkste Objekt im Carina‑Nebelfleck. Eta Carinae ist ein Sternsystem mit mindestens zwei Komponenten, von denen einer das 100‑fache der Sonnenmasse besitzt und rund fünf Millionen Mal so hell wie die Sonne strahlt. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Sternhaufen Trumpler 16, der ebenfalls zahlreiche heiße, massereiche Sterne enthält.
Altersbestimmung der Sterne
Der Sternhaufen im Inneren der Schatztruhe wird auf etwa 1,3 Millionen Jahre geschätzt, frühere Schätzungen gingen von lediglich 100 000 Jahren aus. Viele der Sterne sind noch von Staub umgeben und zeigen Anzeichen von Zirkumstellar‑Scheiben, die für die weitere Sternentwicklung entscheidend sind.
Bedeutung für die Sternentstehungsforschung
Durch die Beobachtung dieses jungen Sternhaufens können Astronomen besser nachvollziehen, wie massive Sterne ihre Umgebung beeinflussen und wie sich Sternentstehungsprozesse in dichten Wolken entwickeln. Das Bild liefert zudem Hinweise darauf, wie intensive Strahlung von benachbarten Sternen die Formierung kometarer Glaskörper prägt.
Weiterführende Beobachtungen
Die ESA plant, das Gebiet mit dem James‑Webb‑Teleskop weiter zu untersuchen, um die Dynamik der Sternentstehung und die Wechselwirkung zwischen Sternen und interstellarer Materie genauer zu erfassen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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