Die ESA‑Mission Hera, die vor zwei Jahren vom Cape Canaveral Space Force Station aus gestartet wurde, befindet sich nun in der Phase, in der das Raumfahrzeug seine Geschwindigkeit reduzieren muss, um die Asteroiden Didymos und Dimorphos zu erreichen. Das Ziel ist, die Relativgeschwindigkeit zu den Zielobjekten auf nahezu null zu senken, um eine detaillierte Untersuchung zu ermöglichen.
Start und Flugbahn
Hera startete am 7. Oktober 2026, kurz vor dem Vorbeiflug des Hurrikans Milton. Seitdem bewegt sich das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von mehr als 12 Kilometern pro Sekunde relativ zur Erde, hat die Marsbahn überquert und nähert sich nun der Umlaufbahn des binären Asteroidensystems Didymos.
Erstes Bremsmanöver (BRM‑1)
Am Dienstag, dem 15. Oktober, wird Hera ihre Orbit‑Control‑Thruster so ausrichten, dass drei hydrazinbasierte Triebwerke gleichzeitig zünden. Der kontinuierliche Schub soll 93 Minuten dauern und die Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs um mehrere hundert Meter pro Sekunde reduzieren, um die Umlaufgeschwindigkeit der Asteroiden besser zu matchen.
Technische Vorbereitung
Zur Unterstützung des Bremsvorgangs nutzt Hera zusätzlich seine Reaction‑Control‑Thruster, die an den Ecken des würfelförmigen Satelliten angebracht sind. „Um das initiale Bremsmanöver (BRM‑1) vorzubereiten, haben wir am 2. Oktober einen kurzen Testburn durchgeführt und danach die vollständige Telecommand‑Sequenz generiert“, erklärte FD‑Ingenieur Francesco Castellini vom Flight‑Dynamics‑Team der ESA.
Kommunikation und Navigation
Nach Abschluss des Brenns wird das Signal von einer der beiden 35‑Meter‑Antennen der ESA in New Norcia, Australien, empfangen. Dort werden die Telemetriedaten, das Ranging und die Doppler‑Messungen ausgewertet, um die Richtung und das Ausmaß der Bremsung mit den erwarteten Delta‑v‑Werten abzugleichen.
Zweites Bremsmanöver (BRM‑2)
Am Donnerstag, dem 22. Oktober, wird ein zweites, kürzeres Bremsmanöver von etwa 31 Minuten Dauer durchgeführt. Dieses soll den Großteil des noch fehlenden Delta‑v bereitstellen und gleichzeitig mögliche Abweichungen des ersten Manövers kompensieren. Anschließend folgen kleinere Übergangs‑Manöver bis zum Monatsende, um die Relativgeschwindigkeit nahezu auf null zu reduzieren.
Wissenschaftlicher Kontext
Der Asteroid Dimorphos, der den Hauptkörper Didymos umkreist, war 2022 Ziel des NASA‑Raumschiffs DART, das gezielt einen Aufprall auslöste, um die Umlaufbahn zu verändern. Hera wird im Anschluss eine Nahaufnahmen‑Untersuchung durchführen, um die Reaktion des Asteroiden auf den Aufprall zu analysieren und zentrale Fragen der planetaren Verteidigung zu beantworten.
Öffentlichkeitsarbeit
Zusätzlich bietet die ESA das „Hera Space Companion“ an, einen KI‑basierten Chatbot, der Fragen zur Mission beantwortet und die Öffentlichkeit über den Fortschritt der Mission informiert.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung