Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat die offizielle Startkampagne für den zweiten Meteosat‑Third‑Generation‑Imager (MTG‑I2) eingeleitet. Das 3800 kg schwere Satellitensystem wird voraussichtlich im August 2026 an Bord einer Ariane‑6‑Trägerrakete von Kourou, Französisch‑Guayana, in den geostationären Orbit gebracht.
Vorbereitung und PrĂĽfungen
Nachdem das Raumfahrzeug gestern aus seiner Schutzverpackung genommen wurde, beginnen nun mehrere Wochen intensiver Tests. Dazu zählen elektrische und mechanische Funktionsprüfungen, Sauberkeitskontrollen sowie das Laden der Batterien und das Befüllen der Treibstofftanks. Anschließend wird das Satelliten‑Adapter‑Modul in das Abschussgehäuse der Ariane‑6 integriert.
Technische Merkmale
MTG‑I2 trägt zwei hochentwickelte Instrumente: den Flexible Combined Imager (FCI) mit einer Bildwiederholrate von 2,5 Minuten (150 Sekunden) über Europa und den Lightning Imager, der einzelne Blitzereignisse bei Tag und Nacht erfasst. Das Satellitensystem wird an 9,5° Ost positioniert, womit es gemeinsam mit dem bereits im Orbit befindlichen MTG‑I (0° Länge) die gesamte Region Europa und Nordafrika abdeckt.
Bedeutung fĂĽr die Wettervorhersage
Die erhöhte Bildfrequenz und die präzisen Messungen von Wolken, Wasserdampf, Ozeanen und lokalen Bränden sollen die Genauigkeit von Kurzfristvorhersagen (Nowcasting) deutlich steigern. Die Daten werden nach Abschluss der Inbetriebnahme im Jahr 2027 von Eumetsat an Wetterdienste weitergeleitet.
Zusätzliche Anwendungen
Durch die Kombination von Imager‑ und Sounderdaten entsteht ein dreidimensionales Wetter‑Cube, das Informationen zu Blitz, Wind, Wolken‑Dynamik sowie zu Treibhaus‑ und Schadgasen liefert. Diese Daten unterstützen nicht nur Wettervorhersagen, sondern auch Hydrologie, Agrar‑ und Umweltforschung sowie das Risikomanagement bei Naturgefahren.
Partner und Fertigung
Der Satellit wurde von ESA entwickelt und von einem Konsortium europäischer Industriepartner unter Leitung von Thales Alenia Space gebaut, mit OHB System (Deutschland) und Leonardo (Italien) als Hauptlieferanten. Nach dem Start übernimmt Eumetsat den Betrieb und die Datenverteilung.
Ausblick
Nach Abschluss der Prüfungen wird MTG‑I2 im Sommer in das Ariane‑6‑Startfenster integriert. Der Start markiert die neunte Ariane‑6‑Mission und die erste, die den geostationären Transferorbit für ein solches Nutzlastprofil nutzt. Der erfolgreiche Abschluss der Mission wird die MTG‑Flotte vervollständigen und die Grundlagen für die zweite Generation von MTG‑Satelliten ab 2033 legen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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