Ein neues Analyse‑Tool für Städtewachstum
Ein von der European Space Agency (ESA) entwickeltes Online‑Tool ermöglicht es Forschern, Planern und Entscheidungsträgern, das Wachstum von Siedlungen weltweit zu beobachten. Das World Settlement Footprint (WSF) Tracker‑Portal wurde auf einer Veranstaltung im World‑Bank‑Gebäude in Washington DC vorgestellt und bietet Daten mit einer räumlichen Auflösung von 10 m, die halbjährlich aktualisiert werden.
Funktionen und Datenzugang
Der Tracker stellt Nutzern Werkzeuge zum Erkunden, Analysieren und Herunterladen des Datensatzes bereit. Durch die kurze Verzögerungszeit zwischen Satellitenmessung und Datenveröffentlichung können Anwender über statische Schnappschüsse hinaus kontinuierliche Einblicke in die Dynamik von Siedlungen gewinnen.
Analyse‑möglichkeiten
Mit dem System lassen sich das Tempo und der Zeitpunkt der Urbanisierung auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene quantifizieren. Außerdem können Hotspots schnellen Wachstums identifiziert und die Exposition von Siedlungen gegenüber Gefahren wie Hochwasser, Erdbeben, Bodensenkungen, extremer Hitze und Zyklonen bewertet werden.
Beispiele aus verschiedenen Regionen
In Ägypten zeigt das Tool, wie New Cairo seit 2016 stark expandiert ist. In der Demokratischen Republik Kongo verdeutlicht die Karte von Goma die rasante Ausdehnung von Siedlungen in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Weitere Beispiele umfassen Hanoi, wo neue Baugebiete vermehrt in hochwassergefährdeten Stadtteilen liegen, sowie Xi’an, wo die jüngste Urbanisierung mit projizierten Senkungsrisiken überlappt.
Globale Perspektiven
Auch in Südamerika und Europa liefert der Tracker Einblicke: Pucallpa in Peru und Köln in Deutschland zeigen, dass das Wachstum häufig an den Stadträndern statt im Stadtzentrum erfolgt. In Asien verdeutlichen Bangkok und Chengdu ähnliche Muster.
Ausblick und Bedeutung
Der ESA‑Vertreter Fabio Cian betont, dass die enge Zusammenarbeit mit Industrie‑ und Entwicklungspartnern das Projekt zu einem öffentlichen Gut mache, das langfristig institutionelle Kapazitäten stärke. Durch die Kombination mit globalen Gefahrenlagen soll das Tool die Planung von Infrastruktur, das Risikomanagement und Entwicklungsprojekte unterstützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Ăśbertragung