Sonstige: ESA vergibt erste Aufträge im European Launcher Challenge
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat die ersten vier Verträge im Rahmen des European Launcher Challenge (ELC) mit europäischen Unternehmen abgeschlossen, um neue Trägerraketen zu entwickeln und die Robustheit des europäischen Zuganges zum Weltraum zu erhöhen.
Vertragsabschluss
Die Verträge wurden nach einer umfassenden Bewertung der finanziellen und technischen Vorschläge durch ein ESA‑Bewertungsgremium vergeben. Sie ermöglichen den Unternehmen, Mittel freizuschalten, sobald definierte Meilensteine erreicht werden.
Finanzierung und Fördermittel
Die vier Aufträge umfassen ein Gesamtvolumen von rund 700 Millionen Euro. Die einzelnen Summen betragen: 186,9 Millionen Euro für Rocket Factory Augsburg, 158,9 Millionen Euro für PLD Space, 197,8 Millionen Euro für Isar Aerospace und ein noch zu finalisierender Betrag für MaiaSpace.
Rocket Factory Augsburg
Das deutsche Unternehmen Rocket Factory Augsburg entwickelt das RFA One‑Orbitalfahrzeug, ein dreistufiges Trägerraketensystem von etwa 30 m Höhe und 2,15 m Durchmesser. Das Fahrzeug soll bis zu 500 kg in einen 500 km sonnensynchronen Orbit transportieren können.
PLD Space
Der spanische Anbieter PLD Space baut auf dem Technologie‑Demonstrator Miura 1 auf und plant den Start des Miura 5‑Trägers, der bis zu 540 kg in einen sonnensynchronen Orbit befördern soll. Der Vertrag beläuft sich auf 158,9 Millionen Euro.
Isar Aerospace
Isar Aerospace aus Deutschland entwickelt den zweistufigen Launcher Spectrum, der mit zehn Triebwerken bis zu 1 000 kg in einen niedrigen Erdorbit bringen kann. Der Vertrag umfasst 197,8 Millionen Euro, finanziert von Deutschland, Österreich und Norwegen.
MaiaSpace
Der Vergabeprozess für MaiaSpace befindet sich in der Endphase und soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.
Zeitplan und Meilensteine
Die Unternehmen müssen bis spätestens 2028 einen orbitalen Start nachweisen, um die Teilnahme am ELC zu bestätigen. Die zweite Phase der Ausschreibung läuft bis April 2026.
Aussagen der ESA‑Leitung
„Dieses Meilenstein startet den European Launcher Challenge und fördert den Wettbewerb unter europäischen Anbietern“, erklärt ESA‑Direktorin für Raumtransport Géraldine Naja. „Durch diese Finanzierung unterstützt ESA die Entwicklung neuer europäischer Startkapazitäten und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Europas“, ergänzt Lucia Linares, Leiterin der Strategie‑ und Startabteilung der ESA.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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