EU: Demografischer Wandel in der EU – Faktenübersicht
Bevölkerungsentwicklung
Die Europäische Kommission hat am 14. Juli 2026 einen Factsheet veröffentlicht, das die demografische Transformation der Union beschreibt. Demnach wird die Gesamtbevölkerung der EU bis 2050 voraussichtlich um rund 3 % schrumpfen, während das durchschnittliche Alter deutlich ansteigt. Die Analyse stützt sich auf Daten des Eurostat und projiziert langfristige Trends bis zum Jahr 2100.
Alterung der Gesellschaft
Der Anteil der Menschen über 65 Jahre soll von derzeit etwa 20 % auf rund 30 % im Jahr 2050 steigen. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren von etwa 65 % auf knapp 55 %. Diese Verschiebung führt zu einer wachsenden Belastung der Renten- und Gesundheitssysteme.
Geburtenrate und Fertilität
Die Fertilitätsrate liegt seit mehreren Jahrzehnten unter dem Ersatzniveau von 2,1 Kindern pro Frau. Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Fertilitätsrate in der EU 1,5 Kinder pro Frau. Ohne signifikante Änderungen würde die natürliche Bevölkerungsentwicklung weiter rückläufig bleiben.
Migration und Zuwanderung
Migration bleibt ein zentraler Faktor, um dem Rückgang der Erwerbsbevölkerung entgegenzuwirken. Im Jahr 2024 verzeichnete die EU einen Nettozuzug von rund 1,2 Millionen Personen, wobei die Mehrheit aus Drittstaaten stammt. Die Kommission betont, dass gezielte Integrationsmaßnahmen die ökonomische Eingliederung fördern sollen.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der demografische Wandel wirkt sich auf das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf aus. Prognosen zeigen, dass ein schrumpfender Arbeitskräftepotenzial das Wachstumspotenzial um bis zu 0,5 % pro Jahr reduzieren könnte, sofern keine produktivitätssteigernden Maßnahmen ergriffen werden. Gleichzeitig eröffnet die wachsende Zahl älterer Menschen neue Marktsegmente im Gesundheits- und Pflegesektor.
Politische MaĂźnahmen
Die Europäische Kommission empfiehlt ein Bündel von Politiken, darunter familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Anreize für höhere Geburtenraten, Qualifizierungsprogramme für ältere Arbeitnehmer und eine koordinierte Migrationspolitik. Ziel sei es, die demografische Herausforderung in ein Potenzial für nachhaltiges Wachstum zu verwandeln.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Kommission, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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