Piero Cipollone, Mitglied des Vorstands der Europäischen Zentralbank, hielt am 3. Juni 2026 im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments eine Rede über den aktuellen Stand des digitalen Euro und die zukünftige Ausgestaltung von Bargeld. Er informierte über neue Standard‑Kooperationsvereinbarungen, die Auswahl von Zahlungsdienstleistern für das Pilotprojekt und die geplante Weiterentwicklung von Euro‑Banknoten.
Stärkung der Bargeldnutzung
Die EZB unterstützt das Vorhaben, das gesetzliche Zahlungsmittel für Bargeld und digitalen Euro als ein gemeinsames Paket zu behandeln. Damit soll die Akzeptanz von Bargeld gesichert und die Geldpolitik gestärkt werden. Parallel dazu wird das Design neuer Euro‑Banknoten finalisiert; die Motive werden bis Ende des Jahres zwischen „europäischer Kultur“ und „Flüssen und Vögeln“ gewählt, die Ausgabe der ersten Serien ist für die frühen 2030er‑Jahre geplant. Die neuen Scheine sollen mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen und nachhaltigeren Materialien hergestellt werden.
Einheitliche Standards fĂĽr den digitalen Euro
Im Mai wurden Kooperationsvereinbarungen mit drei europäischen Standard‑Setzerorganisationen unterzeichnet. Die daraus resultierenden offenen Standards – darunter CPACE, nexo und Berlin Group – sollen die technische Interoperabilität von Zahlungskarten, Smartphones und Terminals im gesamten Euroraum gewährleisten. Durch die frühzeitige Klarheit können Zahlungsdienstleister ihre Systeme anpassen, ohne zusätzliche Kosten für proprietäre Standards zu tragen.
Vorbereitung des Pilotprojekts
Im Mai wurde die Ausschreibung für Interessenten am digitalen Euro‑Pilot beendet. Mehr als 50 Anträge von Banken, Zahlungsdienstleistern und anderen Marktteilnehmern wurden eingereicht und werden derzeit bewertet. Die Auswahl der Teilnehmer soll im Juli bekannt gegeben werden, die Entwicklungsphase beginnt im dritten Quartal 2026 und der Pilot startet in der zweiten Hälfte von 2027.
Ausblick auf gesetzliche Rahmenbedingungen
Die rechtliche Verankerung des digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel bleibt entscheidend, damit die entwickelten Standards flächendeckend gelten. Der Gesetzgebungsprozess, insbesondere die Verhandlungen im Rahmen des Single‑Currency‑Package, soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein, um die Marktteilnehmer rechtssicher zu positionieren.
Symbolische Bedeutung zum 25‑jährigen Jubiläum
Am 1. Januar 2027 feiert der Euro sein 25‑jähriges Bestehen. Ein erfolgreicher Abschluss der Gesetzgebungsrunden und die Einführung des digitalen Euro würden das Jubiläum nutzen, um zu zeigen, dass physisches Bargeld und digitale Zahlungslösungen gemeinsam die Zahlungsfreiheit in Europa sichern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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