Ab dem nächsten Jahr gilt die EU‑Verordnung für entwaldungsfreie Kakaoimporte, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, legale Produktion und den Nachweis einer deforestation‑freien Herkunft verlangt. Die Vorgaben erhöhen den organisatorischen Aufwand für die dortigen Kakaobauern, gleichzeitig hoffen sie, dass die zusätzlichen Maßnahmen zu einer höheren Vergütung führen, insbesondere angesichts des seit 2025 anhaltenden Preisverfalls.
Preisentwicklung in den letzten Jahren
Nach Angaben der Nationalen Kakao‑ und Kaffeeverwaltung erreichten die Preise im Saisonverlauf 2023‑2024 in einigen Anbauregionen noch FCFA 6.000 (ca. 10,42 USD) pro Kilogramm. Im darauffolgenden Jahr sanken sie auf FCFA 5.400 (ca. 9,37 USD) und liegen im Juli 2026 zwischen FCFA 2.750 und 2.850 (ca. 4,77‑4,94 USD) pro Kilogramm – weniger als die Hälfte des Niveaus von vor drei Jahren.
Reaktionen der Bauern vor Ort
In einem Treffen im Dorf Ekombitie diskutierten vier‑zig Kooperativ‑Bauern unter dem Dach einer einfachen Scheune die neuen Vorgaben. Sie äußerten Besorgnis über die weiter sinkenden Erlöse und betonten, dass sie bereit seien, die EU‑Standards zu erfüllen, jedoch nur, wenn sich dies in einer fairen Preisentwicklung niederschlägt. Der Dorfchef, ebenfalls Bauer, berichtete, dass seine Ernte dank agroforstwirtschaftlicher Praktiken von drei auf zehn Säcke pro Hektar gestiegen sei.
Agroforstwirtschaftliche Anpassungen
Die Bauern setzen vermehrt auf gezielte Baumauswahl: Unbrauchbare Bäume, die zu viel Wasser aufnehmen oder Krankheiten verbreiten, werden entfernt, während medizinisch‑ und fruchtbare Arten erhalten bleiben. Neue Pflanzstrategien beinhalten das Pflanzen von Kakaobäumen in angemessenem Abstand, das Entfernen überreifer Schoten und das Anlegen von Baumschulen, um alte, ertragsarme Bäume zu ersetzen.
Unterstützung durch WWF
Im Rahmen des CANOPE‑Programms unterstützt der World Wildlife Fund die Bauern beim Mapping ihrer Parzellen, bei der Georeferenzierung und beim Erhalt von Eigentumsnachweisen. Diese Maßnahmen schaffen die Grundlage für ein Traceability‑System, das es Käufern ermöglicht, die Herkunft des Kakaos exakt nachzuvollziehen. Zusätzlich wurden ein Solartrockner und Lagerhäuser für die Kooperative errichtet, um die Qualität der Bohnen zu sichern.
Ausblick und Erwartungen
Die Bauern betonen, dass die Einhaltung der EU‑Regelung nur dann nachhaltig sei, wenn sie mit einer Preissteigerung einhergehe. Ohne spürbare finanzielle Vorteile könnte die zusätzliche Arbeitsbelastung zu Entmutigung führen. Gleichzeitig sehen sie in den umweltfreundlichen Praktiken eine Chance, ihre Anbaufläche langfristig zu erhalten und die Produktqualität zu erhöhen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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