Deutschland: EU und USA einigen sich auf 15‑Prozent‑Zoll für die meisten Exporte
Grundsatzvereinbarung und Reaktionen
Im August 2025 haben die Europäische Kommission und die Vereinigten Staaten im sogenannten Turnberry‑Deal eine Grundsatzeinigung über die Höhe der gegenseitigen Zölle erzielt. Die Vereinbarung sieht für die überwiegende Mehrheit der EU‑Exporte in die USA einen maximalen Zollsatz von 15 Prozent vor. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Einigung und betonte, dass sie einer unnötigen Eskalation in den transatlantischen Handelsbeziehungen vorbeuge.
Details der Zollregelung
Der 15‑Prozent‑Satz gilt für zentrale Sektoren wie Automobile, Halbleiter und Pharmazeutika und liegt damit unter den zuvor von den USA angedrohten Höchstzöllen. Für bestimmte Waren – etwa Kork, Luftfahrzeugteile, Generika und chemische Vorläuferstoffe – ist ein Zollsatz von null bis nahe null vorgesehen.
Legislative Umsetzung
Das Europäische Parlament hat die Umsetzung am 26. März unter Auflagen genehmigt. Eine Sunrise‑Klausel sieht vor, dass die Zölle nur in Kraft treten, wenn die USA ihren Verpflichtungen nachkommen. Zusätzlich ermöglicht eine Aussetzungsklausel, die neuen Präferenzen bei Bedarf temporär zu pausieren. Der Gesetzentwurf befindet sich nun im Trilog‑Verfahren zwischen Parlament, Kommission und den Mitgliedstaaten.
Wirtschaftliche Bedeutung
2024 betrug das Warenvolumen zwischen EU und USA 867 Milliarden Euro, wobei die EU Waren im Wert von 532 Milliarden Euro exportierte und Importe von 335 Milliarden Euro erhielt. Im Dienstleistungssektor wurden 817 Milliarden Euro gehandelt. Insgesamt erwirtschafteten die beiden Wirtschaftsräume einen Handelsüberschuss von 50 Milliarden Euro für die EU, was drei Prozent des Gesamthandels von 1,68 Billionen Euro entspricht.
Auswirkungen fĂĽr die deutsche Wirtschaft
Durch die Reduzierung des Automobilzolls von 27,5 Prozent auf 15 Prozent erhalten exportorientierte Unternehmen in Deutschland mehr Planungssicherheit. Die Bundesregierung betont, dass die Einigung einen drohenden Handelskonflikt abgewendet habe, der die deutsche Exportwirtschaft stark belastet hätte.
WeiterfĂĽhrende Verhandlungen
EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, dass die Gespräche mit den USA fortgeführt werden, um weitere Zollsenkungen zu erreichen und zusätzliche Kooperationsfelder zu erschließen. Ziel sei die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen und Wohlstand in der EU.
Rolle der Bundesregierung
Im Trilog‑Verfahren setzt sich die Bundesregierung für eine faire und dauerhafte Verständigung ein und verfolgt den Prozess eng. Sie fordert schnelle Umsetzung und betont die Bedeutung eines freien, regelbasierten Handels.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundesregierung, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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