Ein Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank hielt am 11. Februar 2026 in Wien eine Rede zum Gedenken an Eugen Böhm von Bawerk. Der Redner betonte, dass Europa trotz verbreiteter Narrative über Rückschritt über solide Institutionen, soziale Sicherheit und eine hohe Lebensqualität verfüge und dass das volle Potenzial des Binnenmarktes ausschlaggebend für zukünftiges Wirtschaftswachstum sei.

Starke Grundlagen und Lebensqualität

Nach Angaben des Redners liegt die Lebenszufriedenheit in Europa konstant unter den höchsten weltweit. Diese hohe Zufriedenheit resultiere nicht allein aus Einkommen, sondern aus einem breiten Spektrum öffentlicher Leistungen wie Gesundheit, Bildung und sozialer Absicherung, die die Lebensspanne und das Wohlbefinden der Bevölkerung erhöhen.

Arbeitszeit und Produktivität

Ein Vergleich mit den USA zeige, dass europäische Arbeitnehmer im Durchschnitt rund 40 Arbeitstage weniger pro Jahr leisten. Rechnet man die Arbeitszeit hoch, könnte das reale BIP pro Kopf im Euroraum um etwa 21 % steigen, wodurch ein erheblicher Teil des Einkommensunterschieds zu den USA geschlossen würde.

Einkommensverteilung

Der Redner wies darauf hin, dass die Einkommenskonzentration in den USA deutlich höher sei: Die obersten zehn Prozent erhielten rund 37 % des Nettoeinkommens, während im Euroraum der Anteil bei etwa 27 % liege. Diese unterschiedliche Verteilung trage zu einer verzerrten Wahrnehmung des Wohlstands bei.

Produktivitätsrückstand

Seit drei Jahrzehnten wachse die Stundenproduktivität im Euroraum langsamer als in vielen Vergleichsländern. Ursachen seien geringere Kapitalintensität, kleinere Unternehmen und eine langsamere Verbreitung neuer Technologien, was langfristig die Wettbewerbsfähigkeit gefährde.

Erholung im Süden

Die südlichen Länder des Euroraums, insbesondere Spanien, Portugal und Griechenland, zeigten in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, steigende Investitionen und verbesserte Finanzierungsbedingungen. Diese Entwicklung sei teilweise auf strukturelle Reformen und die Unterstützung durch das Next‑Generation‑EU‑Programm zurückzuführen.

Herausforderungen im Kernland

Im Gegensatz dazu stehe das traditionelle Kernland Deutschland vor wachsenden Schwierigkeiten, da das exportorientierte Geschäftsmodell in einer fragmentierenden Welt an Tragfähigkeit verliere. Auch Frankreich kämpfe mit politischen Widerständen bei der Konsolidierung des Haushalts.

Ausblick: Einheitlicher Markt als Wachstumstreiber

Der Redner schloss mit dem Appell, den Binnenmarkt weiter zu vertiefen und einheitliche Regelungen zu schaffen, um Unternehmen den Zugang zu allen Mitgliedstaaten zu erleichtern. Ein solcher Schritt könne die Skaleneffekte erhöhen, Innovationen in Wachstum umwandeln und Europa zu einer starken, einheitlichen Wirtschaftsregion machen.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.

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