USA: Euclid liefert Vorschau für Kernsurvey des Roman‑Teleskops
FrĂĽhzeitige Bildgebung durch Euclid
Ein Tag im März 2025 nahm die ESA‑Mission Euclid ein Bild von etwa fünf Quadratgrad im Zentrum der Milchstraße auf. Die Aufnahme besitzt eine Auflösung, die der des zukünftigen Nancy‑Grace‑Roman‑Teleskops entspricht, enthält jedoch weniger Farbinformationen und kann im sichtbaren Licht die dichtesten Staubschichten nicht durchdringen.
Geplante Beobachtungen des Roman‑Teleskops
Das Roman‑Teleskop soll ab dem Frühjahr 2027 im Rahmen seiner Galactic‑Bulge‑Time‑Domain‑Survey ein kleineres Gebiet von rund 1,7 Quadratgrad wiederholt abbilden, um Helligkeitsänderungen von Hunderten Millionen Sternen zu verfolgen und damit Mikrolinsen‑Ereignisse zu entdecken.
Gemeinsame wissenschaftliche Ziele
Durch die Kombination der Euclid‑Vorschau mit den späteren Roman‑Daten können Astronomen die Struktur des galaktischen Kerns genauer kartieren und schwer auffindbare Objekte wie isolierte Schwarze Löcher oder frei umherziehende Planeten identifizieren.
Microlensing und versteckte Objekte
Microlensing‑Ereignisse entstehen, wenn ein massereiches Objekt – Stern, Planet oder Schwarzes Loch – das Licht eines Hintergrundsterns ablenkt. Die von Euclid bereitgestellte zweijährige Vorlaufzeit verlängert den Beobachtungszeitraum, sodass die relative Bewegung von Linse und Quelle besser verfolgt und die Masse des Linsensystems genauer bestimmt werden kann.
Erweiterte Beobachtungszeit
Jason Rhodes, leitender Forschungswissenschaftler am Jet‑Propulsion‑Labor, betont, dass die Euclid‑Aufnahme „nur dann durchgeführt wird, wenn ein hoher wissenschaftlicher Nutzen zu erwarten ist“ und dass sie die geplante Roman‑Survey um zwei Jahre verlängert. Matthew Penny, Astronom an der Louisiana‑State‑University, erklärt, dass Roman dank der Vorabbilder auch Planeten in weiten Bahnen und ungewöhnliche Objekte nachweisen kann.
Zusätzliche Datenquellen
Die Hubble‑Space‑Telescope‑Aufnahmen eines kleineren, hochauflösenden Gebietes ergänzen Euclid und Roman, indem sie frühere Referenzpunkte für die Sternbewegungen liefern. Darüber hinaus wird das geplante Galactic‑Plane‑Survey von Roman ein Gebiet von etwa 400‑mal größerer Fläche abdecken und damit Milliarden von Sternen kartieren.
Aussagen von Forschern
Himanshu Verma, Postdoktorand, weist darauf hin, dass die erweiterte Zeitspanne „es Wissenschaftlern ermöglicht, die Linse und den Quellstern länger zu beobachten und so die Masse genauer zu messen“. David Bennett, Mikrolensing‑Experte, ergänzt, dass die Kombination beider Teleskope die Identifikation von frei umherziehenden Planeten erleichtert.
Blick in die Zukunft
Die Zusammenarbeit von Euclid und Roman demonstriere ein Modell für koordinierte Beobachtungen, das künftig noch mehr Entdeckungen ermöglichen könne. Die frühe Bildgebung lege damit den Grundstein für ein tieferes Verständnis der Milchstraße.Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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