Die Europäische Zentralbank hat am 24. Juli 2026 die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Fachleuten für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Die Befragten erwarten für das Euroraumgebiet im Jahr 2026 eine Kerninflationsrate von 2,7 % und sehen die Risiken für die Preisentwicklung im selben Jahr leicht nach oben gerichtet.
Inflationserwartungen
Die Erwartungen für die harmonisierte Verbraucherpreisindex (HICP) liegen bei 2,7 % für 2026, 2,2 % für 2027 und 2,0 % für 2028. Im Vergleich zur Vorperiode blieb die Erwartung für 2026 unverändert, während sie für 2027 um 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert wurde. Die Kerninflation (HICPX) wird mit 2,4 % für 2026, 2,2 % für 2027 und 2,1 % für 2028 angegeben. Für 2026 wurde die Kerninflation um 0,2 Prozentpunkte nach oben angepasst, was den jüngsten Daten entspricht.
Erwartungen zum realen Wirtschaftswachstum
Die Befragten prognostizieren ein reales BIP‑Wachstum von 0,6 % im Jahr 2026, 1,2 % im Jahr 2027 und 1,3 % im Jahr 2028. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage wurden die Erwartungen für 2026 um 0,4 Prozentpunkte und für 2027 um 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert, während die Schätzung für 2028 unverändert blieb.
Arbeitsmarkterwartungen
Die erwartete Arbeitslosenquote beträgt 6,3 % für 2026 und 2027, sinkt auf 6,2 % im Jahr 2028 und erreicht langfristig 6,1 %. Die leichte Aufwärtskorrektur für 2027 und 2028 spiegelt eine marginal höhere Unsicherheit am Arbeitsmarkt wider.
Langfristige Perspektiven
Für das Jahr 2031 bleiben die Erwartungen für die Gesamtinflation und die Kerninflation bei jeweils 2,0 %. Das langfristige reale Wirtschaftswachstum wird auf 1,2 % geschätzt, was einer leichten Abwärtskorrektur gegenüber der Vorperiode entspricht.
Methodik und Hintergrund
Die Umfrage wurde zwischen dem 1. und 6. Juli 2026 durchgeführt und verzeichnete 53 Rückmeldungen von Experten aus Finanz‑ und Nicht‑Finanzinstitutionen mit Sitz in Europa. Die Ergebnisse repräsentieren nicht die Sichtweisen der Entscheidungsorgane der Europäischen Zentralbank oder ihres Personals.
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