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Experten fordern Agroökologie als Antwort auf wachsende Ernährungsunsicherheit durch Nahost-Konflikt
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AI GENERATED 24.04.2026 • 02:35 Wissenschaft und Forschung

Experten fordern Agroökologie als Antwort auf wachsende Ernährungsunsicherheit durch Nahost-Konflikt

Hintergrund der Krise

Die anhaltende Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran hat die globalen Energiemärkte destabilisiert, wodurch Ölpreise stark gestiegen sind und der Transport von Düngemitteln über den Persischen Golf eingeschränkt wurde. Laut UNCTAD passieren etwa ein Drittel der weltweiten Düngemittel-Exporte den Golf, sodass die Unterbrechung die Versorgung von Ländern mit hohem Importbedarf gefährdet. Experten warnen, dass die daraus resultierenden Preissteigerungen die Ernährungssicherheit insbesondere in ärmeren Regionen weiter unter Druck setzen werden.

Agroökologie als Strategie

Agroökologie, ein Ansatz, der auf organische Praktiken wie Fruchtwechsel, Kompostierung und den Einsatz stickstofffixierender Pflanzen setzt, wird von Fachleuten als Schlüssel zur Resilienz von Ernährungssystemen bezeichnet. Durch den Verzicht auf chemische Düngemittel und die Nutzung von Pflanzen wie Kichererbsen, Bohnen, Linsen, Luzerne oder Klee könne die Bodenfruchtbarkeit erhalten und verbessert werden.

Globale Lieferkettenprobleme

„Wir haben bereits heute 673 Millionen Menschen, die in Afrika hungern, und es ist zu erwarten, dass in den nächsten Monaten etwa 45 Millionen weitere Menschen dort vom Hunger betroffen sein werden“, erklärte Olivier De Schutter, Co‑Chair von IPES‑Food, bei einer Pressekonferenz am 17. April. Er betonte, dass die aktuellen Preissteigerungen die Situation weiter verschärfen könnten.

Regionale Auswirkungen

Barnaby Pace, Senior Researcher bei CIEL, wies darauf hin, dass insbesondere Länder in Subsahara‑Afrika und Südasien stark von Düngemittelimporten aus dem Golf abhängig seien. „Indien und Pakistan, die Düngemittel aus verflüssigtem Erdgas herstellen, werden die Engpässe besonders stark spüren“, sagte er. Die Folge sei eine erhebliche Belastung für stickstoffintensive Kulturen wie Reis, Mais und Weizen.

Lokale Initiativen und Politik

In Afrika plane die Afrikanische Union im Rahmen ihres Aktionsplans für Düngemittel und Bodengesundheit (2024‑2034) die Steigerung der lokalen Düngemittelproduktion, wobei De Schutter die bislang geringe Berücksichtigung von Bio‑Düngemitteln kritisierte. Als Beispiel für innovative Lösungen nannte er die Herstellung von Bio‑Düngemitteln aus organischen Abfällen, etwa aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege, die bereits auf den Philippinen eingesetzt werden.

Finanzielle Rahmenbedingungen

Swathi Seshadri vom Institute for Energy Economics and Financial Analysis berichtete, dass die indische Regierung im laufenden Jahr Subventionen für chemische Düngemittel in Höhe von 12,7 Milliarden US‑Dollar bereitstelle, gegenüber 10,9 Milliarden US‑Dollar im Vorjahr. Diese Ausgaben erschweren die Finanzierung von organischen Alternativen.

Zukunftsperspektiven

Fadhel Kaboub, Wirtschaftsexperte an der Denison University, betonte, dass ein kompletter Umstieg auf nachhaltige Agrarsysteme technisch machbar sei, jedoch durch die Dominanz weniger Konzerne im globalen Getreide‑ und Düngemittelmarkt behindert werde. Er forderte ein konsequentes Vorgehen, um die Kontrolle dieser Unternehmen zu reduzieren und die Abkehr von fossilen Brennstoffen im Lebensmittel‑ und Energiesystem voranzutreiben. Dieser Bericht basiert auf Informationen von SciDev.Net, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.

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