Starke Einbrüche bei Energie‑ und Düngemittelexporten
Die jüngsten militärischen Spannungen im Golf von Hormus haben zu einer deutlichen Reduzierung des Schiffsverkehrs geführt, wodurch die Exporte von Energie, Düngemitteln und industriellen Produkten aus den betroffenen Ländern massiv zurückgegangen sind. Laut einer Analyse des International Trade Centre (ITC) fiel das Exportvolumen von verflüssigtem Erdgas um 95 % im Vergleich zum Vorjahr.
Rückgang der Gesamtexporte
Im April 2026 sank der kombinierte Wert der Warenexporte aus Bahrain, Iran, Irak, Kuwait, Katar, Saudi‑Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten um 21 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich das gesamte Exportvolumen aller zwölf untersuchten Produkte um 54 %.
Produktbezogene Einbrüche
Urea‑Exporte gingen um 83 % zurück, Methanol‑Exporte um 80 % und Ammoniak‑Exporte um 75 %. Die am wenigsten betroffenen Waren waren Polymere aus Propylen (Polypropylen), deren Exportvolumen lediglich um 24 % zurückging.
Größte absolute Verluste
Bei den Energieprodukten verzeichnete die Region den größten absoluten Rückgang: Rohöl‑Exporte fielen um 28 Millionen Tonnen, raffinierte Erdölprodukte um 7,3 Millionen Tonnen und verflüssigtes Erdgas um 5,5 Millionen Tonnen.
Auswirkungen auf Importmärkte
Importierende Länder reagierten unterschiedlich. Japan, das traditionell 91 % seiner Rohölimporte aus Hormus‑abhängigen Quellen bezieht, verzeichnete im April einen Rückgang der Gesamteinfuhren um 64 %. Die Republik Korea und Malaysia erlebten ähnliche Einbrüche, während Thailand seine Importe um 62 % steigerte, indem es alternative Lieferanten nutzte.
Handelssubstitution und Lieferketten
Alternative Lieferanten erhöhten die Lieferungen für zehn der zwölf Produkte, jedoch konnten diese Zuwächse die Einbußen aus Hormus‑abhängigen Quellen nur bei Ammoniak und Polypropylen ausgleichen. Die ITC‑Analyse deutet darauf hin, dass ein Teil des Handels bereits umgelenkt wurde, jedoch noch nicht vollständig die fehlenden Mengen ersetzt.
Politische Gegenmaßnahmen
Die Untersuchung des ITC weist zudem auf von den betroffenen Regierungen ergriffene Maßnahmen hin, die darauf abzielen, die Versorgung mit Rohöl und raffiniertem Öl sicherzustellen. Diese umfassen unter anderem strategische Reserven, Preisstützungsmechanismen und Exportkontrollen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required).
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