International: Extreme Regen gefährdet Kakaoproduktion – neue Studie
Eine im Fachjournal PNAS veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass heftige Niederschläge zu den größten klimatischen Risiken für die Kakaoproduktion in tropischen Anbauregionen zählen. Die Analyse bezieht sich auf Daten aus Ghana, Indonesien und Ecuador und verdeutlicht, dass extreme Regenereignisse die Erträge stärker beeinträchtigen als steigende Temperaturen oder Wasserknappheit.
Analyse der Niederschlagsmuster
Forscher der Harvard University verglichen langfristige Regenaufzeichnungen der drei Hauptproduktionsländer. Dabei stellten sie fest, dass in Westafrika, wo etwa 70 % der weltweiten Kakaoproduktion entsteht, die intensivsten Regenfälle in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben. In Lateinamerika macht die Region rund 25 % der Produktion aus, wobei Ecuador mit etwa 12 % der weltweiten Erträge führend ist.
Auswirkungen auf die Kakaopflanze
Die Wissenschaftler erklärten, dass starke Regenfälle die Kakaoblüten und jungen Früchte physisch beschädigen, die Bestäubung durch winzige Insekten behindern und durch überschüssige Feuchtigkeit das Auftreten von Pilzkrankheiten begünstigen. Der Fachbegriff „schwarzer Schotenfäule“ (black pod) wurde dabei als besonders verbreitet genannt.
Einfluss von El Niño
Laut den Autoren lässt sich das Auftreten extremer Regenereignisse häufig mit dem Klimaphänomen El Niño verknüpfen. Während El Niño‑Phasen in Westafrika und Indonesien eher zu geringeren Niederschlägen führen, bringen sie an der ecuadorianischen Küste und in Ostafrika heftige Starkregenereignisse mit sich. In Ecuador verschärft ein starkes El Niño die Regenzeit zwischen Februar und April, was die Ernte sechs bis acht Monate später mindert.
Fungale Risiken
Ein Experte des Interamerikanischen Instituts für Agrarkooperation bestätigte, dass anhaltend feuchte Bedingungen das Wachstum und die Verbreitung mehrerer Pilzkrankheiten begünstigen. Der Befall mit schwarzer Schotenfäule tritt typischerweise etwa eine Woche nach einem Regenereignis auf, wobei die Sporen durch Spritzwasser verbreitet werden.
Implikationen für Landwirte
Die Studie betont, dass frühzeitige Warnsysteme Landwirten helfen könnten, rechtzeitig Maßnahmen wie Drainage, gezielte Baumschnittarbeiten oder den Einsatz von Fungiziden zu ergreifen. Die Forschenden arbeiten bereits mit Partnern in Ecuador und Westafrika an der Umsetzung solcher Warnungen, um die Anpassungsfähigkeit der Bauern an extreme Wetterlagen zu stärken.
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