Die Europäische Zentralbank hat im September 2026 ihre Geldpolitik weiter angepasst, um den Einfluss mehrerer gleichzeitig wirkender Schocks auf die Inflation zu begegnen. In einer Rede des Vorstandsmitglieds Isabel Schnabel wurde erläutert, dass die Inflationsrate wieder deutlich über dem Ziel von 2 % liegt und das tägliche Leben der Bürger belastet.
Transparente Rahmenbedingungen
Seit 2023 legt die EZB ihre Reaktionsfunktion offen, indem sie die Inflationserwartungen, das Risikoumfeld, die Dynamik der Kerninflation und die Stärke der geldpolitischen Transmission als Entscheidungsgrundlagen nennt. Präsident Lagarde bezeichnet diese Offenlegung als „Framework Guidance“, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Preisstabilität zu stärken.
Reaktion auf den Konflikt im Nahen Osten
Seit Juni hat der EZB-Rat die wichtigsten Leitzinsen um 50 Basispunkte angehoben, wodurch der Einlagenzins von 2 % auf 2,5 % gestiegen ist. Ziel sei es, die Inflation mittelfristig wieder auf das 2‑Prozent‑Ziel zu führen. Die Entscheidung sei gut vorhersehbar gewesen und wirke sich reibungslos auf die Finanzierungsbedingungen aus.
Schockarten und geldpolitische Antwort
Nach Angaben der EZB hängt die angemessene Reaktion nicht von der Klassifikation eines Schocks als Angebots‑ oder Nachfrageschock ab, sondern von dessen Einfluss auf den projizierten Inflationspfad. Wenn ein Angebotsschock die erwartete Inflation über das Ziel hinaustreibt, sei eine Straffung des geldpolitischen Kurses notwendig, um die Preisentwicklung zu dämpfen.
Überlappende Schocks im Fokus
Die EZB sieht sich derzeit mit einer Reihe von überlappenden Schocks konfrontiert: ein neuer Energieschock trifft auf noch nicht vollständig abgekühlte Nachinflationsdrucke, während gleichzeitig KI‑getriebene Investitionen, ein Tariffall 2025 und höhere Verteidigungsausgaben zusätzliche Nachfrageimpulse erzeugen. Diese Faktoren werden in den makroökonomischen Projektionen des EZB‑Personals berücksichtigt.
Fokus auf zugrunde liegende Inflation
Obwohl das offizielle Ziel die Kerninflation umfasst, betont die EZB, dass die Analyse der zugrunde liegenden Preisentwicklung entscheidend sei, um die Preisstabilität nachhaltig zu sichern. Die Erfahrung aus der Pandemie habe gezeigt, dass die Persistenz von Schocks häufig unterschätzt werde, was zu größeren Abweichungen von den Prognosen führe.
Ausblick
Die EZB wird ihre Geldpolitik weiterhin anhand einer umfassenden Bewertung aller Schocks ausrichten. Solange die Inflationserwartungen fest verankert bleiben, könne ein gradueller Rückgang der Preise angestrebt werden; bei Anzeichen einer Abschwächung der Verankerung sei jedoch ein entschlosseneres Handeln vorgesehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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