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AI GENERATED 04.02.2026 • 00:37 Wissenschaft & Forschung

Fast 40 % der Krebsfälle sind vermeidbar – WHO-Studie

Studienergebnis

Eine aktuelle Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihrer Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hat ergeben, dass 37 % aller neu diagnostizierten Krebsfälle im Jahr 2022, das entspricht rund 7,1 Millionen Fällen, auf vermeidbare Ursachen zurückgehen.

Untersuchete Risikofaktoren

Die Untersuchung stützte sich auf Daten aus 185 Ländern und 36 Krebsarten. Sie berücksichtigte 30 vermeidbare Risikofaktoren, darunter Tabakkonsum, Alkoholkonsum, hoher Body‑Mass‑Index, körperliche Inaktivität, Luftverschmutzung, ultraviolette Strahlung sowie neun krebsverursachende Infektionen, zum Beispiel das humane Papillomavirus (HPV).

Hauptursachen

Tabak stellte mit 15 % den größten vermeidbaren Anteil an allen neuen Krebsfällen dar, gefolgt von Infektionen (10 %) und Alkoholkonsum (3 %). Lung-, Magen‑ und Gebärmutterhalskrebs machten fast die Hälfte der vermeidbaren Fälle bei beiden Geschlechtern aus. Lungenkrebs wurde hauptsächlich mit Rauchen und Luftverschmutzung in Verbindung gebracht, Magenkrebs vorwiegend mit einer Helicobacter‑pylori‑Infektion und Gebärmutterhalskrebs fast ausschließlich mit HPV.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Der Anteil vermeidbarer Krebsfälle war bei Männern deutlich höher. Bei den neu diagnostizierten Fällen entfielen 45 % auf Männer und 30 % auf Frauen. Bei Männern war Rauchen für geschätzte 23 % der Fälle verantwortlich, gefolgt von Infektionen (9 %) und Alkohol (4 %). Bei Frauen lagen die wichtigsten Faktoren bei Infektionen (11 %), Rauchen (6 %) und hohem Body‑Mass‑Index (3 %).

Regionale Unterschiede

Die Prävalenz vermeidbarer Krebsfälle variierte stark nach Region. Bei Frauen lag der Anteil zwischen 24 % in Nordafrika und Westasien und 38 % in Subsahara‑Afrika. Bei Männern war Ostasien mit 57 % am stärksten betroffen, während Lateinamerika und die Karibik mit 28 % den niedrigsten Anteil aufwiesen. Diese Unterschiede spiegeln unterschiedliche Expositionen gegenüber Verhaltens‑, Umwelt‑, Berufs‑ und Infektionsrisiken sowie sozioökonomische Bedingungen wider.

Empfohlene Präventionsmaßnahmen

Die Autoren betonten die Notwendigkeit kontextbezogener Präventionsstrategien, darunter strengere Tabakkontrollmaßnahmen, Alkoholregulierung, HPV‑Impfungen sowie Impfungen gegen weitere krebsverursachende Infektionen wie Hepatitis B. Verbesserte Luftqualität, sicherere Arbeitsplätze, gesündere Ernährung und die Förderung körperlicher Aktivität wurden ebenfalls als zentrale Handlungsfelder genannt. Ein koordinierter Ansatz über Sektoren hinweg – Gesundheit, Bildung, Energie, Verkehr und Arbeit – könne Millionen von Familien vor einer Krebsdiagnose bewahren.

Aussagen von Experten

„Durch die Analyse von Mustern in Ländern und Bevölkerungsgruppen können wir Regierungen und Einzelpersonen mit konkreten Informationen versorgen, um viele Krebsfälle bereits im Vorfeld zu verhindern“, erklärte Dr. André Ilbawi, WHO‑Teamleiter für Krebsbekämpfung und Mitautor der Studie.

Implikationen für Gesundheitssysteme

Die WHO wies darauf hin, dass die Reduktion vermeidbarer Risikofaktoren nicht nur die Krebsinzidenz senkt, sondern langfristig auch die Gesundheitskosten verringert und das Wohlbefinden der Bevölkerung stärkt.

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