Die Vereinten Nationen warnen, dass bis zu 49 Millionen zusätzliche Menschen weltweit wegen eines sich verstärkenden El Niño‑Phänomens ab September 2026 in akute Unterernährung geraten könnten. Die Einschätzung stammt vom World Food Programme (WFP), das die Gefahr für stark gefährdete Gemeinschaften betont.
Definition von akuter Unterernährung
Akute Unterernährung bezeichnet Personen, die ihren täglichen Nahrungsbedarf nicht decken können. Das Phänomen trifft insbesondere Menschen, die bereits von Armut, Konflikten und wiederholten Klimaextremen betroffen sind.
Prognostizierte Entwicklung
Der WFP rechnet mit einem Anstieg der weltweit akuten Nahrungsmittelunsicherheit von 225 Millionen auf 274 Millionen Menschen – ein Zuwachs von rund 22 Prozent. Damit könnten bis Ende 2027 fast 50 Millionen zusätzliche Personen von Hunger bedroht sein.
Regionale Schwerpunkte
Zentralamerika und das südliche Afrika gelten als besonders stark betroffen. In Zentralamerika wird ein proportionaler Anstieg von 83,1 Prozent erwartet, während in Ost- und Südafrika rund 18 Millionen Menschen – ein Anstieg von 26 Prozent – mit einer Verschlechterung ihrer Ernährungssituation rechnen müssen. Auch Asien, der Pazifik, West- und Zentralafrika zeigen signifikante Zunahmen.
Präventive Maßnahmen
Das WFP und seine Partner verstärken die Vorbereitungen in acht Ländern, darunter Süd‑Sudan, Tschad, Mauretanien, Uganda, Guatemala und El Salvador. Seit Mai wurden Antizipationspläne aktiviert, die über 14 Millionen US‑Dollar an Soforthilfen für rund 500 000 Menschen bereitstellen. Zu den Instrumenten zählen Risiko‑Versicherungen, Kredite und digitale Zahlungslösungen.
Wirtschaftlicher Nutzen von Vorbeugung
Studien zeigen, dass jeder investierte US‑Dollar in präventive Programme zwischen drei und sieben US‑Dollar an vermiedenen Kosten und Schadensbegrenzungen einsparen kann. Der WFP betont, dass frühzeitige Unterstützung Leben rettet und die Widerstandsfähigkeit von Haushalten stärkt.
Appell an die internationale Gemeinschaft
Gemeinsam mit der Ernährungs‑ und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) ruft das WFP zu verstärkter finanzieller Unterstützung auf, um die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften rechtzeitig zu schützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung