USA: Fast die Hälfte der entwöhnten ECLS-Patienten entwickelt wundheilungsbezogene Komplikationen

Bei Patienten, die nach einer extrakorporalen Lebenserstützung (ECLS) erfolgreich entwöhnt wurden, zeigen sich häufig Komplikationen am Kanülationsort, die die Wundheilung beeinträchtigen.

Studienaufbau und Patientenkohorte

Die retrospektive Ein-Zentren-Studie wurde im Intensivbereich des St. Antonius Krankenhauses in den Niederlanden durchgeführt. Eingeschlossen wurden zwischen 2018 und 2023 insgesamt 73 Patienten, die länger als 24 Stunden mit venovenöser (VV) oder venoarterieller (VA) ECLS behandelt und anschließend entwöhnt worden waren.

Inzidenz und klinische Merkmale

Von den 73 Patienten entwickelten 33 (45 %) insgesamt 37 wundheilungsbezogene Komplikationen (CRWCs). Die Komplikationen äußerten sich zu 90 % durch Flüssigkeitsaustritt, zu 70 % durch Wunddehiszenz, zu 76 % durch Gewebsnekrose und zu 49 % durch Wundinfektion.

Lokalisation und Auftreten

Die meisten CRWCs traten im Leistenbereich auf. Die ersten Anzeichen wurden im Mittel nach sieben Tagen nach Dekanülierung beobachtet (Interquartilsabstand 5–9 Tage).

Identifizierte Risikofaktoren

Univariate logistische Analysen zeigten, dass ein höheres Alter, ein niedrigerer Body-Mass-Index, ein niedriger Nadir-Serumalbuminwert, die Verwendung von VA-Kanülierung, chirurgische Implantation sowie eine doppelte Kanülierung mit einem erhöhten Risiko für CRWCs verbunden waren.

Verlauf bis zur Entlassung

Zum Zeitpunkt der Krankenhausentlassung war die Wundheilung bei 17 (51 %) betroffenen Patienten noch nicht abgeschlossen.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass fast die Hälfte der entwöhnten ECLS-Patienten wundheilungsbezogene Komplikationen erleiden, vornehmlich im Leistenbereich. Angesichts der Schwere der Grunderkrankung und des akuten klinischen Settings können die identifizierten Risikofaktoren nicht immer vermieden werden. Die Studie soll das Bewusstsein für diese Komplikationen schärfen und eine frühere Identifikation von Risikopatienten ermöglichen.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.

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