Eine retrospektive Analyse von 101 erwachsenen Patienten, die zwischen November 2023 und April 2024 wegen schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in einem regionalen Krankenhaus in Chiang Mai hospitalisiert wurden, ergab, dass 47 % mindestens einen respiratorischen Erreger nachweisen konnten. Die am häufigsten nachgewiesenen Viren waren Adenovirus (17 %) und Rhinovirus (13 %).
Studiendesign und Probenahme
Die Untersuchung umfasste Patienten ab 18 Jahren, die bei Aufnahme Fieber von mindestens 38 °C, Husten und ein Krankheitsbeginn innerhalb von zehn Tagen aufwiesen. Sputum‑ und/oder Nasopharynxabstriche wurden gesammelt und mittels Multiplex‑Echtzeit‑PCR auf 22 respiratorische Viren sowie Mycoplasma pneumoniae getestet.
Demografische Merkmale
Die Kohorte wies ein mittleres Alter von 62 Jahren auf (Interquartilsbereich 43–71) und bestand zu 57 % aus Männern. Weitere klinische Daten, einschließlich Vorerkrankungen und Therapie, wurden aus den Krankenakten extrahiert.
Erregerverteilung
Neben Adenovirus und Rhinovirus wurden weitere Viren wie Influenza A, Enterovirus und weitere nachgewiesen. Insgesamt wurden in 47 % der Fälle mindestens ein Virus identifiziert, wobei 9 % der Proben Co‑Infektionen aufwiesen.
Saisonale Muster
Die Analyse zeigte saisonale Spitzen für Influenza A und Rhinovirus im Januar, während Adenovirus und Enterovirus über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg kontinuierlich nachgewiesen wurden.
Implikationen fĂĽr die klinische Praxis
Der Befund, dass fast die Hälfte der erwachsenen SARI-Fälle viral bedingt ist, unterstreicht die Notwendigkeit einer erweiterten molekularen Diagnostik, um die häufige empirische Antibiotikagabe zu reduzieren. Eine verstärkte pathogen‑spezifische Überwachung könnte die evidenzbasierte Behandlung in der post‑pandemischen Phase verbessern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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