EU: Fehlender FMRP-Protein reduziert Menge, nicht Ort gestoppter Ribosomen in Neuronen
Eine aktuelle Untersuchung an jungen Mäusen hat gezeigt, dass das Fehlen des Proteins FMRP die Anzahl von RNA‑Granula mit gestoppten Ribosomen verringert, ohne die Positionen zu verändern, an denen Ribosomen auf mRNA‑Molekülen anhalten.
Hintergrund
Lokale Proteinsynthese ist für die Aufrechterhaltung der Proteostase in Neuronen essentiell. In sich entwickelnden Neuronen sind viele mRNA‑Moleküle mit gestoppten Ribosomen assoziiert. Das Protein FMRP, das bei dem Fragile‑X‑Syndrom fehlt, ist stark in RNA‑Granula angereichert, die gestoppte Ribosomen enthalten.
Methodik
Forscher haben ribosomengeschützte Fragmente (RPFs) aus dem Gehirn von fünf‑Tage‑alten Mäusen beider Geschlechter analysiert, die das FMRP‑Gen nicht exprimieren. Die Ergebnisse wurden mit jenen von Wildtyp‑Mäusen verglichen, um mögliche Unterschiede in den assoziierten Proteinen, der Ribosomenstruktur und den Stoppstellen zu identifizieren.
Ergebnisse
Die Analyse ergab, dass das Fehlen von FMRP keinen signifikanten Einfluss auf die Proteine hat, die mit gestoppten neuronalen Ribosomen verbunden sind, noch auf die strukturelle Beschaffenheit der Ribosomen oder die Stellen, an denen RPFs akkumulierten. Ein leichter, jedoch signifikanter Rückgang wurde bei RPFs von mRNA‑Molekülen beobachtet, die zuvor mittels CLIP mit FMRP in Verbindung gebracht wurden.
Reduktion von RNA‑Granula
Durch Ribopuromycylierung nachgewiesen, nahm die Anzahl von neuronalen RNA‑Granula, die gestoppte Ribosomen enthalten, in den FMRP‑defizienten Mäusen ab.
Bedeutung
Die Resultate deuten darauf hin, dass FMRP eine Rolle bei der Bildung oder dem Erhalt von RNA‑Granula mit gestoppten Ribosomen spielt, während die Positionen, an denen Ribosomen anhalten, unbeeinflusst bleiben.
Ausblick
Weitere Studien sind erforderlich, um die genauen Mechanismen zu klären, durch die FMRP die Zusammensetzung von RNA‑Granula beeinflusst, und um mögliche Konsequenzen für das Verständnis des Fragile‑X‑Syndroms zu evaluieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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