International: Feinmotorische Tests korrelieren stärker mit kognitiver Leistungsfähigkeit als mit Alter

Hintergrund

Eine Untersuchung von 62 in Pflegeeinrichtungen lebenden Personen im Alter von 60 Jahren und älter hat ergeben, dass feinmotorische Aufgaben eng mit kognitiven und funktionalen Messwerten verknüpft sind, während das chronologische Alter kaum Einfluss zeigt. Die Autoren berichten, dass die Mini-Mental State Examination (MMSE) und die Lawton Instrumental Activities of Daily Living (IADL) als Referenzinstrumente dienten.

Methodik

Die Probanden wurden mit mehreren Tests des Vienna Test Systems (MLS) evaluiert, darunter Pin-Einsetzen, Tippen, Zielvorgabe, Tremorkontrolle und Linienverfolgung. Zusätzlich wurde die Handgriffkraft gemessen, um einen etablierten Referenzwert zu erhalten. Pearson‑Korrelationskoeffizienten wurden zur Analyse der Zusammenhänge zwischen den Motorik‑Scores, den kognitiven Tests, den funktionalen Scores und dem Alter berechnet.

Ergebnisse

Die meisten feinmotorischen Tests zeigten moderate bis starke Korrelationen mit den MMSE‑ und IADL‑Werten, jedoch keine signifikante Beziehung zum Alter. Pin‑Einsetzen, Linienverfolgung und Tremorkontrolle erwiesen sich als besonders aussagekräftig für die kognitive und funktionale Leistungsfähigkeit. Im Gegensatz dazu stand die Handgriffkraft in signifikanter Beziehung zum Alter, jedoch nicht zu MMSE oder IADL.

Interpretation

Die Autoren schließen daraus, dass feinmotorische Aufgaben, insbesondere Pin‑Einsetzen und Linienverfolgung, potenziell als praktische Indikatoren für kognitive und funktionale Einschränkungen bei älteren Menschen dienen könnten. Sie betonen, dass diese Tests einfacher durchzuführen seien als umfangreiche neuropsychologische Assessments.

Implikationen

Nach Angaben der Forscher könnten Einrichtungen des Gesundheitswesens die genannten Feinmotorik‑Tests einsetzen, um frühzeitig Personen mit erhöhtem Risiko für kognitiven Abbau zu identifizieren. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Vorhersagekraft dieser Tests erst durch Langzeitstudien bestätigt werden müsse.

Ausblick

Ein weiterführender Forschungsbedarf besteht laut den Autoren darin, die kausalen Zusammenhänge zwischen Feinmotorik und kognitiver Verschlechterung zu untersuchen und die Anwendbarkeit der Tests in verschiedenen klinischen Settings zu prüfen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.

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