Eine im Fachjournal PLOS ONE veröffentlichte Studie hat die Lagerstabilität eines Düngerkonzentrats untersucht, das aus dem Abwasser von Kreislauf-Aquakultursystemen (RAS) gewonnen wird. Die Untersuchung zeigte, dass sowohl das pasteurisierte als auch das unbehandelte Produkt über einen Zeitraum von sechs Monaten bei Raumtemperatur in lichtundurchlässigen Behältern chemisch und mikrobiologisch stabil bleiben. Damit könnte die teure und energieintensive Pasteurisierung entfallen.
Hintergrund und Zielsetzung
Der Übergang zu einer zirkulären Bioökonomie erfordert Technologien, die Abfallströme in nutzbare Ressourcen umwandeln. Das vorliegende Projekt zielte darauf ab, die Haltbarkeit eines aus RAS‑Effluent gewonnenen Düngerkonzentrats zu prüfen und zu klären, ob eine Pasteurisierung zur Verhinderung von Verderb notwendig ist.
Methodik
Forscher stellten das Konzentrat mittels Umkehrosmose her und teilten es in zwei Chargen: eine pasteurisierte und eine unbehandelte Kontrollprobe. Beide Proben wurden in lichtundurchlässigen Behältern bei Raumtemperatur gelagert und über sechs Monate hinweg in regelmäßigen Abständen chemisch sowie mikrobiologisch analysiert.
Ergebnisse der Analyse
Die Pasteurisierung reduzierte initial die Konzentration gelöster Elemente, die viable Zellzahl und den Anteil intakter Bakterienzellen. Trotz dieser Unterschiede blieben beide Proben über den gesamten Beobachtungszeitraum chemisch und mikrobiologisch stabil, ohne Anzeichen von Verderb.
Implikationen für die Praxis
Da das unbehandelte Konzentrat dieselbe Lagerstabilität aufweist, können Betreiber von Aquakultursystemen auf die energieintensive Pasteurisierung verzichten. Dies senkt Produktionskosten und reduziert den Energieverbrauch, während gleichzeitig ein zuverlässiger, kreislaufbasierter Dünger für die Landwirtschaft bereitgestellt wird.
Ausblick
Die Ergebnisse unterstützen die weitere Integration von RAS‑Effluent als wertvollen Nebenprodukt in nachhaltige Agrarsysteme. Weitere Forschung könnte die Anwendung des Konzentrats in verschiedenen Kulturen und Klimabedingungen prüfen, um das Potenzial für eine breite Nutzung zu bewerten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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